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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1906-09-01 · Heft 9 (1.9.1906) · p. Seite 215

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
26 (1906)
Issue
Heft 9 (1.9.1906)
Date
1906-09-01
Page
Seite 215 (sequence 25)
Language
German
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215 polnischen Offizieren erfahren. Auch der hiesigen Regimenter haben in den nachstehenden entsetzlichen Bericht: „Warschau, den 14. September. Meine teuren Freunde! Es ist bekannt geworden, daß ein schreckliches Blutbad den Juden in Warschau bereitet wird. Es steht dies fest. Wir haben das von einigen liberal gesinnten russischen und jüdische Soldaten erzählen dasselbe. Tie Chefs Kasernen alle Soldaten, die Juden ausgeschlossen, versammelt und hielten vor ihnen heftige aufrührerische Reden gegen das Judentum im allgemeinen und insbesondere gegen hie Warschauer Juden in bekannter Art und Weise. Aber nahe sei der große Tag^ den! der Zar selbst festgesetzt hat, an dem die Abrechnung mit den Gottverhaßten endlich stattfindet, um aus ihren Händen sein Volk, seinen Glauben und sein Land zu retten höchster Stelle zur Verteilung unter Zo seid denn bereit! 90000 Rubel seien von allerdie in Polen dienenden Soldaten bestimmt zum Zeichen der allerhöchsten Anerkennung ihres treuen Dienstes. Kurz, es unterliegt keinem Zweifel, daß uns ein schreckliches Blutbad bevorsteht. Wir sind hier ganz machtlos. Alle Türen sind vor uns; geschlossen. Unsere einzige Hoffnung sind unsere Brüder und edle zivilisierte Christels im Westen. Das Schwert hängt über unserem Haupt, die Todesgefahr schwebt vor Unseren Augen. Um Gottes willen rettet, helfet! Laßt die Presse ihre Stimwe erheben!! Erweckt alle Männer der Schrift und der Tat, alle, die ein Herz besitzen! Redet zu >den Großen, wirket ein auf jedermann, der Einfluß und Macht besitzt. Laßt nach Petersburg drahten, von hieraus ist es unmöglich. Tut, was euch möglich ist! Rettet hie größte jiidische Gemeinde vor Tod und Verheerung! Behüte Gott! Ich unterzeichnt meinen Namen nicht aus selbstverständlichem Grund, ihr kennet aber meine Handschrift." Hoffen wir, daß den fürchterlichen Judenhetzen in Siedtee am 9. und 10. September nlcht weitere folgen. -1- ^-<5-:- UMerate und Mitteilungen. Philo u nd Joseph ns a ls^ Apologeten des Judentums. Von Paul Krüger, Leipzig. Verlag der ^)ürrffchen Buchhandlung, 1906. — In dieser Schrift finden wir ein tieferes gründliches Eingehen in das Wesen und in die Bedeutung der zwei hervorragenden Männer, welche bestrebt lvaren, das Judentum in Einklang zu bringen mit der Philosophie und der Zeitbildung. Wenn sie auch unter Judentum etwas anderes verstanden als ihre vielen Zeitgenossen, so liegt eben daran ihr Wert und ihre Bedeutung für die Ehtwicklüngsgeschichte des Judentums. Sie erhoben die jüdische Religion zu einer philosophischen Weltanschauung, die den Heiden imponierte, und geeignet war, die Angriffe gegen Inden und Judentum, die zuerst ans Haß stammten uitb in Unkenntnis wurzelten, verstanden zu machen. Wenn auch besonders Philo in seinem Denken als Jude sich von bejn zeitgenössischen Judentum weit entfernt hatte, so ist er doch in seinem Fühlen stets Demselben treu geblieben und hat die Konsequenzen

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