Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 26 (1906)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1906)
- Date
- 1906-09-01
- Page
- Seite 205 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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4- 205 - j schlossen sein. Nur noch eine kurze! Schlußbemerkung sei gestattet^ Bücher, wie das soeben so scharf verurteilte, sind besonders trefflich dazu angetan, jbie Phalanx einer gewissen Berliner Presse — die übrigens mit dem Begriff „Judentum" an sich rein gar nichts zu tun hat — nur noch fester zu schließen. Wenn dem spreeathenischen Preßbengel mit literarisch-belltriischen Neigungen noch nie ein wirklich gediegener Stoff zur Anpöbelung des Begriffs „Provinz" gegeben war, so hier, wo ein echter Krähwinkeler mit Hilfe von ein paar Zentnern Druckerschwärze, Broschürenpapier und eigenem Gedankenmetall einen delltschen Dichter zu entthronen anhob, einen Dichter, der niemals also fest im Sattel saß, wie heute, da uns. brennender als je eine diabolische Feder fehlt, die endlich, endlich zur Konzeption eines zweiten „Deutschland, ein Wintermärchen" kräftigst und unerschrocken ausholen möchte. A. P. Deutscher Kampf, Heft 16. 11. Jahrgang. IRabM L««o«. Rabbi Amnon war ein guter Freund des Mainzer Fürsteuhofes. Alle Frauen, alle Ritter Liebten es, mit ihm zu sprechen. Eines Tages gab der Kurfürst Auf dem Schlosse ein Gelage, Auch den Rabbi Amnon sah man An des Fiirsten Seite sitzen. Und als die Pokale klangen Und die Franenherzen gtühthn, Hob der Kurfürst seinen Becher Und er sprach zur Tafelrunde: „Wir sind alle eine Seele, Einer fühlt es mit den andeien, Wenn die jungen Büsche sprjeßen Und die Blütenkronen leuchten. Wir sind alle treue Brüder ' Einer reinen Gotteslehre,! Jeder Fremdling sei willkommen, Der zu unserm Gotte Pilgers. Rabbi Amnon, sieh den Becher, Der von Diamanten funkelt, Sieh die Bilder an beit1 Wänden, Sieh die reichen Purpurdecken. Diese Pracht sei Dir gegeben, Willst Du unserm Gotte dienen. Rabbi Amnon, Deine Ljchre Ist so arm und ist so düster." Da erzitterte der Rabbii Seine Lippen schienen hlutlos Und aus seiner bleichen Stirne Hoben sich die blanen Pdern. lind es zuckten seine Aisgen, Und er sprach mit hohler Stimme: „Kurfürst, meine Antwort will ich In drei Tagen Dir verkünden." -1°! * -t- Treimat hatte schon biej Nacht sich In den hellen Tag gen^andelr, Dreimal sandte schon dhr Kurfürst Seine Ritter nach dem Mabbi.