Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 26 (1906)
- Issue
- Heft 7 (1.7.1906)
- Date
- 1906-07-01
- Page
- Seite 160 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2969669-2970002-2970009--8011-2978710- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 160 — Sammlung des verstorbenen Orientalisten Professors Dr. David Kaufman, dessen Schiegermutter Frau Gomperz sie der Akademie als eitrige Stiftung geschenkt hat. Der verewigte Sammler, der sich im Jahre 1N77 in Ungarn niederließ, wirkte 22 Jahre in Budapest als Professor ltnb Schriftsteller und erlernte dank seinem seltenen Sprachentalente die ungarische Sprache nicht nur,, sondern betätigte sich auch in hervorragender Weise in ihrer Literatur. Seine glänzende Begabung war mit seltenem Fleiß gepaart. Er entfaltete eine vielseitige literarische Wirksamkeit mit bedeutenden selbständigen Werken, zahlreichen Studien und kritischen Arbeiten, um welche sich die vornehnlsten Zeitschriften des Auslandes bewarben.''Kaum siebenundvierzig Jahre alt, riß ihn ein plötzlicher Tod im Jahre 1899 in Karlsbad ans der Reihe der Lebenden. Im Mittelpunkte seiner vielseitigen wissenschaftlichen Tätigkeit'standen die orientalischen und in deren Kreise hauptsächlich die hebräischen und hebxäisch-arabischen Literaturen, die Geschichte der Israeliten und die Geschichte der mittelalterlichen Philosophie. In diesen Kreisen bewegten sich seine Arbeiten, mit welchen er seit seinem zwanzigsten Lebensjahre zur Ausbreitung des Wissens beitrug und durch welche er sich in der ganzen wissenschaftlichen Welt einen großen Ruf erwarb. Es war ihm vergönnt, sein Wirken durch die Anschaffung einer großen Büchersammlung zu fördern. Es ist jene wertvolle Sammlung, die jetzt, nach dem Tode seiner Witwe, unter dem Namen Stiftung David Kaufmanns und seiner Gattin, geb. Irma Gomperz mit allen Zubehören in den Besitz der Akademie-Biblothek überging. Da der Generalsekretär Gustav Heinrich in der letzten Plenarsitzung der Akademie die Sammlung bereits im allgemeinen besprochen hat, beleuchtete Professor Goldziher jetzt die Sammlung in ihren Details. Die Richtung der Sammlung wird durch jene Fächer charakterisiert, auf welche sich das Interesse David Kaufmanns konzentrierte. Es sind dies Fächer, welche in allen großen Bibliotheken vertreten sind und für deren Vervollständigung häufig nach unseren Begriffen horrende Summen verausgabt werden.- Auch aus diesem Grunde wird daher die Schenkung der hochherzigen Dame, welche einem Mangel - dieser Bibliothek abhilft und dieselbe dem Niveau der großen europäischen Bibliotheken näherbringt, mit Freuden begrüßt. Die Bibliothek besteht aus drei Teilen: Die Handschriftensammlung, 594 Nummern umfassend, die sich auf sämtliche Zweige und Zeitalter der hebräischen Literatur erstrecken. Wir finden darin wertvolle alte Bibelhandschrifen in arabischer und aramäischer Ueberbertragung mit Glossen versehen, sprachwissenschaftliche und maßoretische Exegesen, auf den Talmud und die Religionsgesetze bezughabende Bücher, geschichtliche Dokumente, Kabbalas, Liturgieen, mathemathischemedizinische, theologische und philosophische Werke. Der überwiegende Teil der Handschriften besteht aus unedierten Werken. Aus der reichen Fülle ist es schwierig, einige Nunnnern herauszugreifen, deshalb erwähnte der.Vortragende nur die allerwichtigsten Exemplare ans der Reihe der Unika. Nummer 50 der Sammlung enthält einen Kodex, der den kritisch