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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1906-04-01 · Heft 4-5 (1.4.1906) · p. Seite 120

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
26 (1906)
Issue
Heft 4-5 (1.4.1906)
Date
1906-04-01
Page
Seite 120 (sequence 50)
Language
German
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120 stein gehörte zu dem Kreise jüdischer Professoren, die in die Ferne ziehen mußten, weil sie in ihrem Vaterlande keine Aussicht auf Beförderung als Juden hatten. Erst Anfang der neunziger Jahre, als er schon eine Größe war, wurde versucht, Rosenstem für Berlin zu gewinnen. Jetzt lehnte er aber ab, weil er in seiner zweiten Heimat einen glänzenden Wirkungskreis gefunden hatte. Ehre seinem Andenken. — Joseph Israels, der berühmte holländische Maler, imb Salomon I. Salomon, ein hervorragender englischer Maler, sind zu Mitgliedern der englischen königl. Akademie gewählt worden. — Anläßlich des 250, Gedenktages der Aufhebung des gegen die Juden gerichteten Verbannungsediktes äußerte sich Lord Rosebery in einem Schreiben an den .icvvisii chronicle u. a. wie folgt: „Wahrscheinlich in Großbritannien allein von allen anderen Ländern Europas findeu die Juden eine ehrliche und gleiche Behandlung. Anderwärts sind sie mir geduldet, oder verspottet, oder erniedrigt, oder sie werden niedergemetzelt. Hier sind sie Mitbürger und dabei die besten Bürger; sie sind unseresgleichen; sie sind geachtet , und geehrt. Erinnern wir uns darum dankbar der Tat des großen Protektors, (Oliver Cromwells, der das Edikt aufhob). Nicht die Juden allein, sondern alle, die mit ihnen verbunden sind, alle in diesem Weltreiche, die sich stolz darob fühlen, daß es das offene Heim und die Schutzstütte der Freiheit ist." — Der König von Schweden hat den Justiziar der Flotte Henrik Wolff, Sohn des verstorbenen Rabbiners Or. M. Wolff, zum Expeditionschef (Ministerialdirektor) des Marineministeriums mit -em Range eines Generalmajors ernannt. . Zu solch hoher Beamtenstellung ist bis jetzt in Schweden kein Jude gelangt. — In der Bolksansstellnttgshalle der Whitechapel Art Gallerte in London, die jährlich zweimal Kunstausstellungen verschiedener Art, verbunden mit Vorträgkn und Demonstrationen bei freiem Eintritt veranstaltet, wird als nächste Herbstausstellung eine jüdische Kunstausstellung stattftudeu. — Über das Verhältnis der italienischen Juden zu Italien ^spricht sich Primo Levi, einer der bekanntesten jüdischen Publizisten Italiens, in der „Ruova Autologia" folgendermaßen aus: „In Italien ist das Judentum intellektuell noch weniger von der italienischen Nation zu trennen, als dies anderswo möglich wäre. Zum Beweis für den Anteil der Juden am geistigen und politischen Leben der Italiener führt Levi Augusto Franchetti, Alessandro d'Ancona, Tullo Massarani au. Er erinnert daran, wie Novighi mit Fabrizi vom Ring der Konspiratoren umschlungen war, wie Maurogonato mit Manin,- Tina mit Cavour regierten und Sara Nathan die Leiden der Verbannung mit Mazzini geteilt habe. Levi meint, die Juden hätten den ihnen innewohnenden Nationalismus innerhalb der sie beherbergenden Nationen und in deren Sinn betätigt. Selbst die so schlecht behandelten russischen Juden seien chauvinistische Panslavisten." Inhalt: Die religiösen Bewegungen innerhalb des Judentums im Zeitalter Jesu. — Saul. — Monatsschau. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Dr. Adolf Brüll; Druck van H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.

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