Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 26 (1906)
- Issue
- Heft 4-5 (1.4.1906)
- Date
- 1906-04-01
- Page
- Seite 106 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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®intet: Bei den Philistern. Saul: Entwischt mir also, meiner Rach' entgangen! Doch hoff' ich, soll's nichts Gutes ihm bedeuten. Erkennt man ihn, so ist sein Tod gewiß. Simöi: Nicht jo gewiß, als du wohl glaubst, mein Freund. David ist.schlau und wird sich mit dem Feind Zu stellen wissen, daß man ihn willkommen Als Deinen Feind mit offenen Armen aufnimmt. Denn er ist nicht allein, und eine Schar Von unzufriedenem, verwegnem Volk Hat sich ihm angeschlossen, und so ist er Nun ein willkommener Helfer gegen Dich. Saul: So war vergebens alles, Wut und List! 'S ist offenbar, freiwill'ge Helfer hat er, Und meine Diener, wie die Priester alle, Sie sind bestochen. Wartet nur, Verräter! Gericht jetzt will ich halten und Euch mustern. Wer falsch befunden wird, den Kopf ihm ab! Geh, laß die Diener kommen, alle, gleich! Und wenn die Priester da sind, meld' es mir. Hl. Scene. Saul hat sich schweigend und düster gesetzt. Die Lanze in der Hand, blickt er zu Boden^ Silim erscheint, ihm folgen Do<"g, Sauls Diener, die Fürsten des Landes und zuletzt die Priester. Saul sitzt links im Vordergrund, die Lanze in der Hand. Simei stellt sich neben ihn. Die Diener: Herr, Friede sei mit dir! Saul: Mit euch sei Friede! Versammelt Hab' ich euch zu wicht'gem Rat. Ich glaub' euch treu, emch Fürsten Binjamins, euch, Oberste des Heers, und euch Ihr andern, Die Diener meines Hauses und des Throns. Ihr wißt, wie ich für dieses Land und Volk Meirt Leben eingesetzt, von Euren Feldern, Aus Euren Tennen, Keltern, den Feind verjagt. Denn, alles hatt' er euch geraubt, das Korn, Den Wein, das Oel. Nie rastete mein Schwert. Die süße Ruh, die auch der Aermste kennt, Ich kannt' sie nicht. Die Sorge um dies Land, Sie raubte mir den Schlaf, und meine Träume, Sie waren, wie mein Leben, Kampf und Not. Nun, da Ihr sorglos Eure Herden weidet, Und ohne Scheu der Kelter Most entnehmt, Bergeßt Ihr den, der euch die Freiheit schuf, Und jauchzt dem andern zu aus Judas Stamm. DieObersten: Nichts wir, wir stehen fest zu deinem Thron! Wir bleiben treu dem Hause Binjamins. Fürsten und Diener: Und wir nicht minder. Wir stehen nicht zurück Vor irgendwem in Treu' zu Deinem Haus. Saul: Seid Ihr so treu, warum vergaßet Ihr Zu warnen mich? Denn David ist entflohn Zu den Philistern, an der Grettze lauernd,. Wie er das Land mag über-