Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1906-04-01 · Heft 4-5 (1.4.1906) · p. Seite 80

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
26 (1906)
Issue
Heft 4-5 (1.4.1906)
Date
1906-04-01
Page
Seite 80 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2969669-2970002-2970007--7921-2978618
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

80 warten, bis hinab ich selber-komme. Nicht lang wird's währen, nur bis ich gefleht Zum höchsten Gott und Opfer ihm gebracht. Beide Boten: Wir eilen, Herr, dein Wort ganz auszurichten. (Boten ab). Saul (zu 3tm>”i): Komm', hilf mir den Altar errichten, hol' Das Opferholz und ein zweijährig' Lamm. Ganz ohne.Fehl und weiß, wie sich's gebührt — Hört Jahve unser Flehm nnd gibt uns Pieg, Ist auch der Zorn des Priesters abgewandt. (Simm und Saul ab links nach dem Hintergrund.) N Die Seene bleibt einen Augenblick leer. IV. Scene. Samuel und sein Diener von rechts auftretend. Samuel: Laß einen Augenblick uns rasten hier. — Das Frührot sank hinab zum Ostmeer schon, Und heiße Dämpfe sendet durch die'Wüste Die salz'ge Flut, die Sodom einst verschlang. Gewitterschwül' am Morgen beut nichts Gutes! Nie Hab' ich solchen schwülen Tag erlebt. Wie glühend Eisen brennt der Gaumen -mir, Wie dürres Hotz so hart ist meine Zunge. Sieh', ob ein Quell nicht in der Nähe ist — Bring' einen Tropfen Wassers, ich verschmachte. (Diener ab nach links.) i Samuel setzt sich auf einen Stein und stützt den Kopf in die Hand.) Nicht gut war, was ich sah die Tagecher Auf meiner Wanderung von Gibea: Zerstanlpfte Felder, Herrenlose Herden, Und Hirt und Ackersmann in Höhlen hausend — In Gruben, Felsen, hinter Dornenhecken Bersteckt der Segen, von Ephraims Feldern. Genug, oh Jahve, hast du uns gezüchtigt! Laß ab, als Geißel über uns zu schwingen Die Räuberhorden vom Philisterland! Genug des Zornes! Warum raset Jahve? Warum? (Aufstehend) Das fragst du, Samuel, du, den Dies Volk als Jahves Boten von sich stieß? „Gib einen König uns," so riefen sie, „Der vor uns herzieh', uns im Kriege führe!" „Ist Jahve König nicht und Herr des Kriegs?" „Nein, nein, wir wollen einen König haben, Wie alle andren Völker um uns her". Ich gab 'nen König dir, dickköpf'ges Volk! Sieh' zu nun, ob sein schwacher Arm dich schützt, Wenn Jahves Donner auf dich niederfallen, Zu rächen seine Schmach und meine. Diener (von links auftretend): Voll ist der Krug, so trinket, Herr, und Jahve Segn' Euch den Trunk, daß'euer Herz sich labe. (Samuel trinkt). Samuel: Sag', Knabe, sind wir nicht bald Gilgal nah'? Mir ist's, als säh' ich Lagerfeuer schimmern, (links nach dem Hintergrund deutend) Im Tal gen Süden, Michmas gegenüber, Doch trüb' sind meine Augen schon vom Alter, Und dunstig ist die Luft, ich kann mich täuschen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.