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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1906-03-01 · Heft 3 (1.3.1906) · p. Seite 66

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
26 (1906)
Issue
Heft 3 (1.3.1906)
Date
1906-03-01
Page
Seite 66 (sequence 20)
Language
German
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66 die Rothaut. Wo uns (Kteud in den Weg tritt und wo wir Not sehen, da fragen wir nicht nach Volksstamm und Religion, wir versuchen zu helfen, soweit es in unseren Kräften steht und unsere Mittel reichen. — Die Verwaltung der jüdischen Gemeinde zu Frankfurt a. M beschloß, anläßlich der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares 100000 Mark als Grundstock.einer gynäkologischen Abteilung eines neu zu erbauenden Hospitals zu stiften. — Herr Oberregierungsrat Dr. Paul Meyer Mitglied der Eisenbahndirektion Frankfurt a. M., erhielt das Ehrenkreuz des großherzoglich hessischen Ordens Philipps des Großmütigen. — Der Senator des Königreichs Italien, Professor der vergleichenden Sprachforschung Graziadio JsaLa Ascoli in Mailand wurde zum auswärtigen Ritter des Ordens pour le mei ite für Wissenschaften und Künste ernannt. Es ist der zweite Jude, der Mitglied dieser. Ordensklasse wird. Der erste war Meyerbeer, der im Jahre 1842 zum Ritter des Ordens pour le merite ernannt wurde. Herr Justizrat Dr. Eugen Fuchs wurde zum Mitgliede der Justizprüfungskommission, ernannt. Justizrat Eugen Fuchs ist einer der angesehensten und gesuchtesten Rechtsanwälte am Kammergericht und gehört auch dem Vorstande der Anwaltskammer an. Er ist auf fachwissenschaftlichem Gebiet vielfach hervorgetreten, insbesondere seine Arbeiten über Grundbuchrecht sind allenthalben als meisterhaft anerkannt. Sein Kommentar zu den grundbuchrechtlichen Normen des Bürgerlichen Gesetzbuchs ist in zwei Bänden erschienen; der erste, der das materielle Recht darstellt, ist von Fuchs allein, der zweite, über das formelle Recht, von ihm in Gemeinschaft mit Dr. Hugo Arnheim verfaßt. Es ist gegenwärtig das bedeutendste Werk der grundbuchrechtlichen Literatur. — Das P r o v inzialschulkollegium hat nach der Mitteilung Berliner Blätter folgende wichtige Verfügung getroffen : Die Teilnahme von Schulkindern, deren Eltern einem anderen Bekenntnisse angehören, an dem allgemeinen Religionsunterricht soll nicht mehr, wie bisher, auf Grund eines einfachen, gegenüber dem Schulleiter geäußerten Wunsches gewährt werden, sondern nur auf Grund einer von beiden Eltern bei der Polizeibehörde zu Protokoll gegebenen und bei ihr Unterzeichneten Willenserklärung. Durch diese Vorschrift wird das Vorgehen der jüdischen Eltern, die bisher aus Gedankenlosigkeit oder Bequemlichkeit die Teilnahme ihrer Kinder am christlichen Religionsunterricht gestatten oder herbeizuführen suchen, wenn auch nicht verhindert, so doch wesentlich erschwert. — Der berühmte Orientalist, Professor Moritz Steinschneider in Berlin-vollendet am 30. März sein 90. Lebensjahr. Die Sammlung aller Aufsätze Steinschneiders ist von Professor Dr. H. Matter in Cincinnati im Einverständnis mit dem Autor unternommen worden. Sie wird sich auf acht Bände erstrecken. Der erste, der alle Biographieen aus der Encyklopädie von Ersch und Gruber enthalten soll, wird wahrscheinlich im März fertig werden. — Herr Geh. Kommerzienrat Pflaum in Stuttgart, Mitglied der israel. Oberkirchenbehörde, hat die Synagoge seiner Heimatgemeinde Pflaumloch, weil daselbst keine Israeliten mehr wohnen, angekauft und der bürgerlichen Gemeinde geschenkt; in dieselbe werden ein Gemeindesaal, m

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