Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 26 (1906)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1906)
- Date
- 1906-03-01
- Page
- Seite 64 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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64 i freuen! (Psalm 118/24.) Allerdurchlauchtigster, Großmächtigster Kaiser und König, Allergnädigster Kaiser, König und Herr! Allerdurchlauchtigste, Großmächtigste Kaiserin und Königin, Allergnädigste Kaiserin, Königin und Frau! Eure Kaiserlichen und Königlichen Majestäten wollen huldvollst gestatten, daß in Gemeinschaft mit den übrigen Bürgern des Vaterlandes auch die Vertreter der Berliner jüdischen Gemeinde ihre Glück- und Segenswünsche an den Stufen des Thrones ehrfurchtsvoll niederlegen. Unsere Herzen sind erfüllt von innigem Dank gegen den himmlischen Vater, daß Er uns den Tag hat erleben lassen, an dem das geliebte Herrscherpaar zurückblicken kann auf ein Bierteljahrhundert gottgesegneten Eheglücks und zugleich mit freudigem Etternstolz bereits zum zweitenmal einen geliebten Sohn die Auserkorene seines Herzens heimführen sieht in das Schloß seiner glorreichen Ahnen. Das ist der Tag, den Gott gemacht hat, daß wir an ihni jubeln und sein uns freuen! Die Erinnerung an diesen Festtag des Vaterlandes für dauernde Zeiten zum Segen der Hilfsbedürftigen lebendig zu halten in unserer Gemeinde, ist uns eine heilige Herzenspflicht. Euere Kaiserlichen und Königlichen Majestäten bitten wir alleruntertänigst, mit unserem Glückwünsche den ehrfurchtsvollen Bericht verbinden zu dürfen, daß wir am heutigen Tage die Summe von hunderttausend Mark zu einem Grundstock für die Errichtung einer Abteilung für Frauenkrankheiten nebst einer Entbindungsanstalt in dem neuen Krankenhause, an dessen Bau wir demnächst schreiten werden, bestimmt haben. Möge der Jubeltag * Euerer Majestäten zum bleibenden Heile für kommende Geschlechter werden! ’ Möge des Allmächtigen Huld walten über Euere Kaiserlichen und Königlichen Majestäten, über dem Kaiserlichen und Königlichen Hause und über dem gesamten Deutschen Baterlande für und für!" — Aus Anlaß der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares und der-Vermählung des Prinzen Eitet Friedrich, die am 27. Februar unter freudiger Anteilnahme des gesamten deutschen Volkes begangen wurden, fanden in den Synagogen der jüdischen Gemeinden Deutschlands Festgottesdienste statt, bei welchen besondere Gebete für Kaiser und Reich gesprochen wurden. — Der Deutsch-Israelitische Gemeindebund hat Sr. Majestät von. dem Beschlüsse des Ausschusses Meldung gemacht, auf dem voll der Stadtgemeinde Beelitz bei Potsdam geschenkten Terrain mit den von jüdischen Gemeinden und Privatleuten gespendeten Mitteln als Jubiläumsstiftung eine Erziehungsanstalt für geistig zurückgebliebene israelitische Kinder aus ganz Deutschland zu begründen. In einer Anlage zur Adresse sind die Namen der Spender aufgeführt worden. Die bisher gestifteten Summen betragen insgesamt 35000 Mark. — Im Alter von 75 Jahren starb in Frankfurt a. M. Herr Benedict M. Goldschmidt. Er gehörte dem Mendelssohn-Verein seit dessen Gründung als Mitglied an. Er war im hohen Maße wohltätig und ein Freund und Kenner der Kunst und Wissenschaft. Wir werden dem edlen Manne ein ehrendes Andenken stets bewahren. — Der zwölfte Jahresbericht des Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen in Frankfurt a. M. 1905 ist erschienen. Die Zahl der Schwestern beträgt zu Ende des Jahres 24, von