Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 26 (1906)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1906)
- Date
- 1906-02-01
- Page
- Seite 48 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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48 Gründen hinzugefügten Einschjnbe sind in kleinerer Schrift unter dem Text gegeben. So tritt der. ursprüngliche Charakter des seltsamen Buches scharf heraus. Es sind die uralten Fragen nach dem Sinst des Lebens und dem Weg zum Glück, um deren Lösung hier ein tief angelegter Geist sm schmerzlichen Gefühl der Nichtigkeit alles menschlichen Strebens ringt. In der Auffassung des Werkes ist Prof. Haupt durchaus eigene Wege gegangen. Der Verfasser des M98 erschienenen Kommentars über den Prediger Salomo, Geh. Kirchenrat Prof. Dr. Siegfried in Jena, rühmte in seiner Anzeige von Prof. Haupts Vorlesung über das Buch in der von A. Harnack und E. Schürer herausgegegebenen „Theologischen Litoraturzeitung" vom 28. 9. 1895 neben derj sicheren Beherrschung des Stoffes und der Eleganz der Anordnung" vor allem die Selbständigkeit des Geistes, durch die es dem Verfasser gelungen ist, den Dingen gegenüber eine eigentümliche Anschauung zu gewinnen und zu begründen. Die formvollendete Übersetzung hat erst unlängst auf dem Anfang September in Basel abgehaltenen Internationalen Kongreß für allgemeine Religionsgeschichte lebhafteste Anerkennung gefunden. Die Schrift stellt zugleich eine Pdobe der umfassenderen Bearbeitung des Buches dar, die Prof. Haupt in seinem groß Angelegten internationalen Bibelwerk The Sacred Books of the Old and Xew Testaments nach der farbigen Unterscheidung der Quellenschriften treffend als Regenbogenbibel gezeichnet — zu veröffentlichen gedenkt. — „Der Mörder." Eine Erzählung aus dem mi E. Piersou's Verlag. Preis die von der Kritik als gan der vorliegenden größeren Nl versteht es, seine Kenntnisse sffchen Torfleben von Dr. I. Rabbinowicz. Dresden 1906, Mk. 2.— Ter Verfasser der „Russischen Dorfgeschichten",. hervorragende Leistungen anerkannt worden sind, hat in ijvelle abermals sein feines Talent bewiesen. Rabbinowicz gnd Erfahrungen künstlerisch zu gestalten, er stellt mit der Objektivität und Ruhe, die auch ein Kennzeichen der ihm eng verwandten russischen Erzähler (Turgenjew, Tolstoi, Gogol) bildet, die dörflichen Verhältnisse und namentlich das Leben der Juden dar. Wie einfach und ergreifend ist diese Erzählung von Moscheh und seinem traurigen Schickst l! Eben die Schlichtheit und völlig epische Natürlichkeit der Darstellung verleiht der Novelle einen ganz besonderen Reiz. Stammte sie von einem jener berühnlten Russin, so würden sie als klassisches Muster genannt werden. Wie sind die Menschen lebensvoll gezeichnet: Moscheh, der Starost Lot, der Säufer Noe, die Frauen und alle' oie Nebenpersonen! Wir können die wertvolle Erzählung bestens empfehlen. Inhalt: Festrede, gehalten mH 9. Oktober 1905. — Eine Kundgebung gegen den Zionismus und gegen den ^erritorialismus. — Ein Brief des Präsidenten Roosevelt. — Die Vertreter des Christentums in den Vereinigten Staaten und ein russischer Bauer über die russischen Judenmetzeleien. — Monatsschau. — Referate und Mitteilungen. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Dr. Adolf Brüll; Druck von H. L. Brönner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main. l