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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1906-02-01 · Heft 2 (1.2.1906) · p. Seite 26

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
26 (1906)
Issue
Heft 2 (1.2.1906)
Date
1906-02-01
Page
Seite 26 (sequence 4)
Language
German
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26 — In der Tat! Der Monotheismus gibt die Erklärung für die Erhaltung Israels. Den Monotheismus in seines weltbezwingenden Macht erkennen, heißt Israel erkennen. Beide sind unlöslich verbuken. Die Einheit Gottes bildet den Ausgangspunkt und bildet den Zielpunkt Israels. Vergangenheit, Zukunft, Gegenwart-Israels erklärt nur der Monotheismus, wie durch ihn auch alle religiösen und sittlichen Probleme, alle Lebensfragen, das Einzellebest wie das Völkerleben, in ein klärendes Licht gerückt werden. Indem wir Israel zu erkennen suchen, erschließt sich uns auch das Wesen der Religion überhaupt. Am Versöhnungstag erreicht die Sonne der Religion ihren Höhepunkt. Wollten wir nur in dem Sstndenbekeniitnis und in der Sühne die Feier des Tages sehen, wir würden dann nur! einige Strahlen auffangen. Da aber an ihm alle Strahlen unseres religiösen Sinnens ustd Tuns sich in einem Brennpunkt vereinigen, so lautet unser Thema: Gott und Jsrstel. Zur Richtschnur unseres Festbetrachtung nehmen wir die Worte des Propheten Jesaia: - j „Also spricht der Ävige, der König Israels, sein Erlöser, der Herr Zebaoth! Ich bin der erste, und ich bin der letzte, und außer mir gibts keinen Gott. Wer hat wie ich geweissagt, seit ich dieses Volk der Urzeit hergestellt? Er sage es! er weise es mir vor! Man verkünde doch die Zukunft, was da. kommen soll! Fürchtet nichts! Erschrecket nicht! Hab ich nicht damals schon verkündet und angesagt? Ihr seid meine Zeugen! Gibt's einen Gott außer mir? also auch keinen Felsen! Ich weiß von keinem!" *) - ■ -'j I. Blickt auf die Völker bejc Urzeit! Wo gab es ein Volk, das mit Israel verglichen werden konnte? Ein Volk, auserwählt zu dem Berufe, ein Reich von Priestern zu bilden, ein heiliges Volk — tjäs war ein einzigartiges Volk auf Erden, ein köstliches Kleinod unter den Völkern! iDem Menschengeschlecht konnte seine Bestimmung, der Menschheit ihre Zukunft erst geweissagt werden, seitdem Israel erstanden war. Im Gegensatz zu allen? alten Kulturvölkern erkannte Israel den Ewigen, den Herrn Zebaoth, als den erstens und den letzten, außer dem es keinen Gott gibt. Er, der es aus der ägyptischen Knechtschaft erlöst hatte, ward sein König; ihm gab es sich zu eigen. War es auch eine geschichtliche Notwendigkeit, daß die Religion zunächst in einem Volke Wurzel faßte, so sollte sie' doch nicht eine Volksreligion bleiben. Der Herr Zebaoth ist kein Nationalgott, er ist der König über alle Völker3), er verlangt gleiches Recht für alle. „Ein Gesetz, ein Reck t sei für euch wie für den Fremden, und auch ihn sollst du lieben wie dich selbst, denn ich, der Ewige, bin euer aller Gott." 3) Für den Universalismüs ^Israels legt gerade sein Centralheiligtum, der Tempel, ein lebendiges Zeugnis ab. Hier betete Salomo: „Auch den, der nicht von deinem *) Jesaia 44, 6-8. ■JJJeremia 10f 7. 3) IV. Mose 15, 15; III. Mose 19, 34.

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