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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1906-01-01 · Heft 1 (1.1.1906) · p. Seite 16

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
26 (1906)
Issue
Heft 1 (1.1.1906)
Date
1906-01-01
Page
Seite 16 (sequence 18)
Language
German
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16 Körper, den Zusammei Organen verloren hatte, schaft entrückt erschien. Hang zwischen seinem Willen und den diesen ausführenden und deshalb den Pflichten und Rechten der menschlichen Gesell- Wer noch imstande war, seinen R. zu beherrschen, verfiel bei Rechtsbruch der angedrjohten Strafe. Saul hatte sich dem göttlichen Befehl widersetzt und hat nicht verstanden, die Kontinuität zwischen seinem früheren und nachträglichen Verhalten zu wahren. Er konnte sich nicht dahin finden, seiner Würde für unwert erklärt zu werden. Ustd in ohnmächtiger Wut zerfleichte er sich selbst und wurde ein Gegenstand teils des Mitleids, teils des Schreckens für seine Umgebung. Verbrechen ist eist Zuwiderhandeln gegen das Gewissen, gegen den R., der im Menschen, im Gegensatz zu den Tieren, „richten" und damit seine herrschende Stellung in der Natur motivieren soll. Die fortgesetzte Nichtachtung des Rechts, der Stimme des Gewissens muß eine weitere Verkehrung der normalen Geistestätigkeit erzeugen, die dann, sei es zu weiterer verbrecherischen Tätigkeit, sei es zu Geisteskrankheit, führt. Den geraden Gegensatz zu Saul's bildet das Verhalten Davids, der nach dem Vergehen mit der Batlstcheba sich so tief gedemütigt fühlte, daß er sich selbst für unwert hielt, das eigentliche 9^mt des Königs, des höchsten Richters, zu versehen. Es kann wohl keine Frage sein,! daß der Aufstand Absalons nicht möglich gewesen wäre, wenn sticht David , die feste ^and im obersten Richteramt wegen jenes Vergehens vorübergehend nicht zu gebrauchen vermocht hätte. Am deutlichsten zeigt sich dies, daß er firnen Sohn Ammon r^ach dessen Untat gegen seine Halb - Schwester nicht bestrafte, und daß die selbstverständliche Empörung des Volkes hierüber und die mutige Jndiehandstahme des Rechtes durch Absalon Letzteren dem Volke als den notwendigen Nachfolger hes anscheinend schwachgewordenen Vater erscheinen ließ. Erst als ihn schreckliche Strafen trafen, er flüchtig umherirren, seinen eigenen Sohn als Usurpator sehen mußte, als dieser zu seiner Vernichtung gegen ihn auszog und schließlich zu seinem allergrößten Schmerze dabei seinen z Tod fand, erst dann konnte er annehmen, daß Gott sein Vei> gehen durch die Strafest als verbüßt erachtet hatte; erst dann fand er die alte Energie wieder, und tatsächlich zeigte er sich wieder als der glühende Verfechter des Rechts, vor allem in der energischen Art und Weise, wie er den Aufstand seines Sohnes Adonia zu Gunsten Salomons unterdrückte. Hier war also jbie veränderte Gemütsstimmung nach einer Sünde durch das geeignete geistige Verhalten des Sünders fürDavid's schließlich zur Norm zurückgekehrt; hie innere Harmonie war wieder hergestellt. .Daß Saul die Folgep seiner Übertretung nicht anerkennen wollte, stvar der Beginn der Dysbarmonie und die abnormen Äußerungen seiner Geistestätigkeit die weitere Folge. Auszuführen, wie nach altbiblischer Auffassung hie Folgen (Bestrafungen) einer unnatürlichen Handlung (Sünde) das eine Mal sich ebenso als natürliche, vorauszusehende darstellen wie die von solchen gegen den Körper (Ausschweifung, Alkohol re.), andremale durch direktes Eingreifen des Schöpfers herbeigeführt werden, wie z. >B. der Verfall Nebukadnezars nach seiner schrankenlosen Über-

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