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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1905-11-01 · Heft 11-12 (November 1905) · p. Seite 251

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
25 (1905)
Issue
Heft 11-12 (November 1905)
Date
1905-11-01
Page
Seite 251 (sequence 13)
Language
German
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251 — 251 — sagte sie: „Ja, eine Krone geben Sie mir zurück! Diese fünf Kronen sind mein Wochenlohn, und mit der einen Krone will ich die Woche über noch leben". Wenn Eines, meine H ochgeehrten, uns mit Stolz und Bewunderung erfüllen kann, so ist es das Pflichtbewußtsein, das in dem Ärmsten von uns erwacht ist, daß jeder nun fühlt, wie er zu helfen die Pflicht habe. Wenn so Tausende und Tausende sich zusammentun und jeder seine Aufgabe erfüllt, dann werden wir wenigstens erreicht haben, daß wir die schre^lichste Not lindern können und in den Zurückgebliebenen Vertrauen zu ihrer weiteren Existenz gefestigt haben. Uns aber gibt das die Genugtuung, daß wir sind ein einig Volk von Brüdern. Vielleicht war ich nicht der Berufene, das zu verdolmetschen, was wir alle fühlen. Ein Wort aber noch will ich Ihnen allen entgegenrufen, das Sie nie vergessen mögen, solange jene schrecklichen Zustände noch nicht vollendsi im friedlichem Fahrwasser sind, den Mahnruf: „Erfülle jeder seine Pflicht!" Nachdem noch hierauf Herr Architekt Oskar Marmorek unter lebhaftem, andauernden Beifall gesprochen, brachte Herr Fleischer, der Sekretär der „Union" folgende Resolution zur Verlesung: „Die Wiener Judenschaft gibt ihrer namenlosen Trauer um die grausam dcchingemordeten russischen Glaubens- und Stammesgenossen öffentlich Ausdruck. Es erfüllt uns mit Abscheu und Entsetzen, daß in Rußland infolge der jahrzehntelang geduldeten Judenhetzen Tausende und Abertausende friedlicher Menschen» Männer, Frauen und Kinder, gleich Opfertieren hingeschlachtet wurden, aus keinem anderen Grunde, als weil die Bureaukratie glaubt, die in diesem Reiche aufkeimende und durch Verheißungen der höchsten staatlichen Autorität genährte Freiheitshoffnung im Blute der Juden ertränken itnd auf diese Weise sich noch weiterhin an der Macht erhalten zu können. Gegen diese Scheußlichkeiten appelieren wir an das Herz der ganzen zivilisierten das öffentliche Gewissen aller Kulturnationen, damit nach einem gemeinsamen Schritte aller Regierungen olcher Greuel erhoben werde. Menschheit: wir appelieren an in jedem Parlamente der Ruf zur Verhütung der Wiederkehr wir alle Bestrebungen tatkräftig menschenwürdige Zukunft zu sick Die Resolution wurde mit Wir erklären, daß wir uns mit unseren leidenden Brüdern eins fühlen und daß unterstützen wollen, welche geeignet sind, ihnen eine ern." auten Kundgebungen einstimmig angenommen. '

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