Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 25 (1905)
- Issue
- Heft 7 (1.8.1905)
- Date
- 1905-08-01
- Page
- Seite 170 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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170 das Bild sei vorher unerkannt als Emballage eines Warenbatlens ans Holland nach Wien gekommen, von einem Zollbeamten „nm den Preis des Wachstuches" gekauft, dann gereinigt als Rembrand-erkannt und vom Graf Schönborn teuer erstanden worden. Diese Geschichte ist schon vor längerer Zeit von dem bekannten Wiener Kunstkenner Theodor v. Frimmet endgnldig widerlegt worden. Sie wurde nämlich 1853 in die Wett gesetzt, als Zeuge figurierte „ein alter Maler", der bei der Entdeckung und Reinigung des Bildes zugegen gewesen sein sollte; da das Gemälde jedoch schon auf einer Radierung von 17(>() «jetzt auf der "Städtischen Galerie ausgestellt» als Eigentum der Schöntwrnschen Galerie bezeichnet wird, so mußte diese Erzählung als eine der zahlreichen Fabeln betrachtet werden, die früher die Kunstgeschichte unsicher machten. Auch genügte der Erhaltungszustand zur Wiederlegung des Märchens. Neuerdings nun haben «bisher unveröffentlichte» archivalische Forschungen ergeben, daß sich das Gemälde zur Zeit des Fürstbischofs Friedrich Karl von Schönborn in der bischöflichen Gemäldesammlung j^u Würzburg befunden hatte und nach dessen Tode 17(U von da nach Wien kam. Das Bild hing im Ichönbornschen Palais sehr hoch und dunkel; auch die Photographie »gleichfalls ausgestellt» gab keinen Begriff von der Schönheit des Lichtes und der Farbe.- Am ö. Juni wurde das hundertjährige Bestehen des Bankhauses Jacob S. H. Stern in Frankfurt a. M. gefeiert, aus welchem Anlasse dasselbe eine Stiftung von hunderttausend Mark für einen noch zu bestimmenden Zweck gemacht hat. Eine segensreich wirk-ende Waisenstiftung verewigt den Namen des früheren Chefs Sigmund Stern und der gegenwärtige Mitchef des Hauses Wilhelm Theodor Stern, ein Sohn des durch sein philanthropisches Wirken bekannten verstorbenen Herrn rTheodor Stern, ist Mitglied des Borstandes der israelitischen Gemeinde. — In Mannhei in wurde das 2') jährige Amtsjubilüum des verdienten Rabbiners Dr. Steckelm ach er gefeiert, der durch seinen gediegenen religionsphilosophischen und homiletischen Arbeiten in den weitesten Kreisen vorteilhaft bekannt ist. — In Höchst a. M. wurde jüngst der Grundstein zu einer neuen Synagoge gelegt und in Plauen fand am 1. Juni die Einweihung , der neuen Synagoge statt, bei welcher Herr Rabbiner Dr. Setigmann aus Frankfurt a. M. die Festrede hielt. — Am 12. Mai feierte Herr Rentier Simon in Eis leben seinen hundertsten Geburtstag. Der geistig und körperlich frische Greis ist in Köthen geboren, lebt aber seit dem Jahr i«u> in Eisleben. Ein arbeits- und segensreiches Leben liegt hinter dem ehrwürdigen Geburtstagskind. Inhalts Nachklüuge zum X'. deutsch israelitischen Gemeiudetage. — Für Bekämpfung des unbewußt Nationalen im Gefühlsleben der modernen Juden. - Das Wesen ees Fudentums. — Monatsschau. 1 Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber I>r. A doli Brüll: F-ür den Inseratenteil verantwortlich: A. F. Hofmann: Druck von H. L. Brönlter's Druckerei «F. W. Breidensteiu>. sämtlich in Frankfurt am Main.