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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1905-08-01 · Heft 7 (1.8.1905) · p. Seite 148

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
25 (1905)
Issue
Heft 7 (1.8.1905)
Date
1905-08-01
Page
Seite 148 (sequence 4)
Language
German
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— 14H zugeben. Das ist nicht die Ausgabe einer Monateschrift, zumal die politischen Tagesblätter und die wöchentlich erscheinenden jüdischen Fachzeitungen bereits mehr oder minder ausführliche Berichte veröffentlicht haben. Nur einzelne Bemerkungen mögen mir gestattet sein, und zwar Bemerkungen allgemeiner Natur und Bemerkungen, die sich auf den Teil der Tagesordnung beziehen, der das regste Interesse aller Delegierten wachries und teilweise sogar eine recht stürmische Debatte entfesselte: Religionsunterricht und Bezirks rabbinate. Zunächst einige allgemeine Bemerkungen: Auch diesmal erwies sich die gar zu reichhaltige Tagesordnung wieder als ein Übel. Glicht nur. datz einzelne Punkte tvegen Mangel an Zeit gar nicht mehr zur Verhandlung kamen, sondern für den nächsten Gemeindetag zurückgestellt werden mutzten, auch die erörterten Gegenstände selbst, insbesondere die nach der Bezirksrabbinatssrage zur Debatte stehenden, batten unter der Ermüdung und Abspannung-der Delegierten zu leiden: sicher wurden sie nicht mit der Gründlichkeit behandelt, die im allgemeinen Interesse lvünschenslvert erschien. Nach meiner Auffassung hätte es für die beiden'Tage vollständig ausgereicht, wenn man nutzer dem Rosin'schen Referat und den Punkten Propaganda und Statutenänderung nur noch die Besprechung des Religionsunterrichtes und der Bezirksrabbinate auf die Tagesordnung gesetzt hätte. Dann wäre auch die bedauerliche, durch die überreiche Menge des zu behandelnden Stoffes zwingend gebotene Beschränkung der Redezeit in der Debatte über die Bezirksrabbinate auf die Dauer von nur r> M innt e n vermieden worden. Es ist auch für den schnellsten Redner nicht möglich, das gesamte Material, das gegen die augenblickliche Bildung von Bezirksrabbinaten spricht, vorzutragen und sachlich zu begründen. Ich halte es überhaupt für einen schweren Fehler, datz der T. I. G. B. nicht nutzer dem ersten Korreferenten, Herrn Tr. Vogel stein-Stettin, noch einen zweiten Korreferenten ernannt hatte, dem die Aufgabe zngefallen wäre, die ganze Frage vom gegenteiligen Gesichtspunkte aus zu erörtern. Herr Prof. Blaschke sprach objektiv, wie es dem Referenten der Zentralstelle ziemt, das eingegangeue Material nebeneinanderreihend, ohne seinen persönlichen Standpunkt dabei zu vertreten. Herr Dr. Vogelstein sprach ebenfalls in sehr würdiger, sachlicher Weise, so datz sein Referat außerordentlich wohltuend berührte, aber er sprach als unbedingter Anhänger der sofortigen Bildung von Bezirksrabbinaten, und demgegenüber wäre es doch wohl eine Forderung der Billigkeit gewesen, wenn neben Herrn Dr. Bogelstein ein zweiter Korreferent mit unbeschränkter Redezeit als Vertreter der augenblicklichen Gegner der Bezirksrabbinate bestellt worden wäre. Datz das nicht geschehen ist, bedaure ich aufs lebhafteste, und ich habe Grund zu der Annahme, daß zahlreiche Delegierte meine Auffassung teilen. Die zur Debatte stehende Materie selbst hat durch die ungleichmäßige Beschränkung der Redezeit keine Förderung erfahren. Im besonderen erheischt der Verlauf und das Ergebnis der Verhandlungen

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