Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 25 (1905)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1905)
- Date
- 1905-06-01
- Page
- Seite 145 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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145 Bis Zunge Dir und Gaumen Erlechzen in Hungersglut — Schlaf, Kindlein, schlaf! Auch die Gedichte, die Theodor Herzl geweiht sind, werden jeden, auch Nichtzionisten, mächtig ergreifen. Einen würdigen Abschluß bildet das Gedicht „Tie Geschichte Israels", dessen Schlußstrophe lautet: „Und zagest du, und sinkt dein Mut, Und bebt dein junges Herz in dir? — Ein Stamm, getränkt von Trän' und Blut, Der grünt und blühet für und für!" Hoffentlich hören wir noch recht oft von dem Verfasser vorliegender Gedichte. Gerne werden mir ihm lauschen, wenn er Juda's Glück und Leid in Liedern besingen wird. lProf. Dr. Mach) — Von dem im Berlage von Gebauer-Schwetschke in Halle a. d. S. erschienenen Werke „Religionsgeschichtliche Volksbücher", herausgegeben von Fr. Michael Schiele- Marburg heben wir als für unsere Leser äußerst geeignet 2 u. 3. Heft. Jesus von Prof. Dr. Wilh. Bousset-Göttingen. Heft 7. Welche Religion hatten die Juden als Jesus auftrat? von Licentiat G. Hollmann-Hatte a. S. und Heft 9. Das apostolische Zeitalter von Prof. Dr. E. von Dobselnitz-Straßburg hervor, in welchen ein reiches Material über Entstehung des Christentums und seinen Zusammenhang mit dem Judentum in klarer leichtfaßlicher Weise verarbeitet wird, das geeignet ist, über die wichtigsten Fragen uns auf dem Gebiete der Religionsgeschichte zu instruieren. Im Allgemeinen muß hervorgehoben werden, daß die Herren Verfasser bestrebt sind, sich möglichster Objeetivität zu befleißigen. In einer Zeit, in der Chamberlain und Delitzsch bestrebt sind den arischen Charakter des Christentums darzuthun und so das Judentum aus der Culturgeschichte der Menschheit auszuschalten, sind solche populär gehaltene Schriften, in welchen der innere geistige Zusammenhang zwischen Judentum und Christentum nachgewiesen wird geeignet, wirklich belehrend und aufklärend zu wirken. — In Georg Bürkners Vertag, Charlottenburg erscheint: Geschichte der Philosophie seit Kant. Leben und Lehren der neueren Denker in gemeinverständlichen Einzeldarstellungen von Dr Otto Gramzow. Mit Bildnissen und Faksimiles. Es liegen uns von diesem sehr verdienstlichen Werke, in welchem die Geschichte der neueren Philosophie in biographischer Form behandelt wird, drei Hefte vor, in welchem Kant, Fichte und Schelling und ihre Systeme in. lichtvoller gemeinverständlicher Art zur Darstellung gelangen, aus welcher klar hervorgeht, daß man aus den Personalakten der Denker den Schlüssel zu ihren Werken findet. Der Verfasser hat trotz des Strebens nach Allgemeinverständlichkeit dem wissenschaftlichen Strenge nichts vergeben und sehen wir der Fortsetzung dieses Werkes, in welchem Hegel, Schleiermacher, David Friedr. Strauß, Ludwig Feuerbach, Herbart Beneke, Schopenhauer, Fechner, E. v. Hartmann, Häckel