Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 25 (1905)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1905)
- Date
- 1905-06-01
- Page
- Seite 144 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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144 sein: Teitreform des bestehenden Organisationsstatuts und Diskussion über den bis zum Kongreß vorliegenden Bericht der nach Ostafrika entsandten Kommission, welche gegenwärtig das eventuell zu besiedelnde Gebiet und seine Tauglichkeit zur Kolonisation untersucht. — In Kopenhagen feierte am 15. April die jüdische Freischnle das Fest ihres 100jährigen Bestehens. Gründer derselben war ein aus Altona eingewanderter Kaufmann Mendel Levin Nathanson. Die Festrede hielt der Direktor der Schule Herr H. Cohen. — Bon Herrn Dr. S. H. Magulies, Oberrabbiner in Florenz, ist ein Band Predigten mit dem Titel: ..Discorsi sacri-- erschienen. — Der unlängst Hingeschiedene, unvergeßliche Philantrop F. D. Mocatta hat seine reichhaltige Privatbibliothek dem Londoner „Jüdisch-Historischen Verein" letztwillig hinterlassen. Es liegt der Plan vor, nächstens in London ein Mocatta-Museum zu gründen, mit dem die fragliche Bibliothek vereinigt werden soll. In Shitomir Melitopol, Dussiaty, Trojanow und Sedlice fanden Judenhetzen statt. Dieselben waren von langer Hand vorbereitet und aufreizende Flugblätter sollen massenweise verteilt worden sein. — Auf dem 14. internationalen Orientalistenkongreß in Algier, welcher am 21. April eröffnet worden ist, war besonders interessant der Bortrag von Prof. Deutsch- Cincinnati über Elisa den Abujah, hinter dem die Persönlichkeit Jesu sich verbergen sott, so daß der Name zu übersetzen wäre: „Jesus Gott Sohn Gottes des Vaters." tteferate und MttrUnngen. M. Stengel. Gedichte. E. Pierson' s Verlag. Dresden 1905 (Inhaber: Rich. Lincke, k. k. Hofbuchhändler.') Vorliegende Gedichte zerfallen in I. Lieder des Lebens, II. Lieder der der Liebe und III. Lieder des Leidens. Hebräerlieder. Durch die formvollendete Sprache wie auch durch schalkhaften Humor versteht es der Verfasser, unsere Aufmerksamkeit zu fesseln. Eines bedauern nur nur, daß der lll. Teil, die Hebräerlieder, so kurz ausgefallen ist. Hier offenbart sich nicht nur das dichterische Können, sondern auch das tiefe Gemüt des Verfassers. Besonders ergreifend ist das Gedicht: Jüdisches Wiegenlied. (In Kischenev 1903., 2 Strophen seien daraus hervorgehoben: „Tein Vater liegt erschlagen, Dein Mütterlein ist tot, Und Bruder und Schwester klagen In Elend und bitt'rer Not — Schlaf, Kindtein, schlaf!" „Saug fest an deinem Daumen Und trink dein eigen Blut,