Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 25 (1905)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1905)
- Date
- 1905-04-01
- Page
- Seite 98 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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98 Wendung eines Grundsatzes handle, den die Schriftgelehrten selbst aufgestellt haben und der im rabbiuischeu Schrifttum iMechitta zu IT P» M. 81,14) in der Fassung „Euch ist der Sabbat übergeben, nicht aber Ihr dem Sabbat" erhalten ist. — Zur bevorstehenden Wiederkehr des Todestages Friedrich Schillers > 9. Mai 1905) seien unseren Lesern besonders empfohlen: „Schillerreden".1 Ulm 1905. Verlag Heinrich Kerler. Dieselben enthalten Festreden,, gehalten zur hubdertjührigen Feier der Geburt Schillers am 10. November 1859 von berufenen Männern, wie Jakob Grimm, Karl Gutzkow, Ernst Crurins, Moriz Carriere, Rudolf Gottschall und Anderen, nebst Goethes Epilog. Die Reden verbreiten von den verschiedensten Seiten Licht über das Wirken des großen unvergeßlichen Dichters, desseii Ideale neu zu beleben und in Wirksamkeit zu bringen, die schönste Huldigung für denselben bedeutet. — In Pforzheim (Commission Otto Ri ecke t s Buchhandlung, Ernst Hang) ist erschienen: „Unser Schiller-Festgabe zur hundertsten Wiederkehr des Todestages Friedrich Schillers (9. Mai 1905)" dem Volke dargeboten von Prof. Tr. Karl Brunner in Pforzheim. Diese empfehlenswerte Schrift enthält S. 1—19 des Dichters Lebensgang, dem sich Schillers Persönlichkeit, nach den Schilderungen von Zeitgenossen, eine Gedächtnistafel und ein Verzeichnis von den Werken des Dichters anschließt. Den Schluß bildet eine lehrreiche Betrachtung „Was ist uns Schiller" nebst Urteilen der Mit- und Nachwelt über ihn und ein Verzeichnis größerer Werke, in welchen Schillers Leben geschildert wird. — „Götz Krafft, die Geschichte einer Jugend." Von Edward Stil geb au er 2. „Im Strom der Zeit." Berlin. Richard Bong. 1904. Der erste Teil dieses sensationellen Buches, welches sich einen ungemein großen Leserkreis irn raschen Fluge eroberte, hat dies wohl dem Umstande zu verdanken, daß der Verfasser von einem inneren Drange getrieben, seine eigenen Wege gehr rurd den -Mut hat, seinen Gedanken frei und offen auszusprechen. Uns hat im ersten Teil besonders das Kapitel, in welchem das tragische Geschick des Studenten Löwenbach mit Freimut und im Geiste der Humanität behandelt wird, interessiert, der im Duell das Opfer eines vom krankhaften Dentschnarionalismus besessenen Kollegen wurde. Ter zweite Teil „Im Strom der Welt" schildert den weiteren Werdegang des Verfassers, der in Berlin mir der Theologie endgültig gebrochen und sich den schönen Wissenschaften gewidmet hat. In Berlin hatte er Gelegenheit mehr beobachtend als mittätig die Schatten der Großstadt kennen zu lernen und ist besonders die Schilderung russisch-nihilistischer Sludentenkreise, zu welchem Christen und Juden gehören und seine Erlebnisse in deren Mitte äußerst interessant, besonders durch den Reichtum von Ereignissen, die sich auf den kurzen Zeitraum nur eines Semesters zusammendrängen. Auch der zweite Band wird sich einen großen Leserkreis erobern, da es. der Verfasser unstreitig versteht, den Leser stets in Spannung ztl erhalten. Inhalt: Schiller der Prediger unserer Ideale. '— Antikes Propheteutum und moderne Philosophie. — Das nationale Judentum. — Monatsschan. — Referate und Mitteilungen. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber 0r. Adolf Brüll; Für den Inseratenteil verantwortlich: Morig I saa e Co.. Annoncen - Bureau; Druck von H. L. Bronner's Druckerei (F. As. Breidenstein >, sämtlich in Frankfurt am Main.