Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 25 (1905)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1905)
- Date
- 1905-03-01
- Page
- Seite 74 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2969669-2970014-2970018--7566-2978251- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
74 wird zum Glück wenigstens teilweise gemildert durch Herausgabe einer künstlerischen Publikation über diesen Friedhof, welche in eleganter, reich mit Bildern ausgestatteter Form im Kunstverlag B. Koci in Prag erschienen ist und den ganzen Friedhof in seiner ursprünglichen unverkürzten Schönheit wiedergibt, so wie es war, bevor die nenzeitige Stadtregulation an seine Mauern klopfte. So wie der Friedhof selbst ein Unikum ist, so gilt dasselbe in unvermindertem Maße auckp von diesem Buche, welches 22 graphisch hervorragend ausgeführte Tafeln, die bedeutendsten Grabmäler darstellend, zieren. Neben einigen Gesamtansichten sind die bedeutendsten unter den zahllosen Steinen im Bilde lviedergegeberr, namentlich die Grabsteine des gefeierten Gelehrten Rabbi Bezalel Löw, ferner des großen Bibliophilen Rabbi David Oppenheim u. v. A. Bei dem regen Interesse, das jetzt sowohl für jüdische Geschichte als speziell für jüdischen Kunst in weitesten Kreisen herrscht, ist zu erwarten, daß .dieses nach beiden Seiten hin ausgezeichnete Werk'.Beachtung und Verbreitung finden werde. — Kleiner Orientfnhrer für Reisende nach Unteraegypten, Palästina und Syrien. Herausgegeben von Leo Woerl. Mit 120 Illustrationen, Plan- und Kartenbeilagen. Leipzig. Woerls Reisebücherverlag. Preis 2 Mark. Dieses handliche, schön ausgestattete Buch können wir nur sehr empfehlen. Die Lektüre desselben vor Antritt der Reise setzt in den Stand, dieselbe nutzbringender und genußreicher zu machen, und bleibt das Buch auch nach Znrücklegung der Reise immer eine sehr anregende Erinnerung, besonders wenn man in der Lage war, durch eigene Beobachtung Manches festzuhalten. Die Abbildung und Karten erhöhen den Wert des empfehlenswerten Führers. — I. Nobel- Halberstadt, Kasualreden.' Verlag von M. W. Kaufmann, Leipzig, 1904. Hierüber schreibt uns Herr Professor Dr. Biach aus Brüx: Vorliegende Reden, Drauungs- und Trauerreden, sind hübsch ausgeführt und auch für den Leser anregend. Am schönsten hat uns die Gedenk-Rede auf den ungarischen Kultusminister Baron Josef Eötvös gefallen. Hie und da wäre auf die Form und den sprachlichen Ausdruck eine größere Sorgfalt zu verwenden gewesen. Unserem Geschmack sagt es beispielsweise nicht zu, wenn der Redner in einer Trauungsrede bemerkt: „Für Euch, m. T., soll diese Stunde der rote Faden (!) im Gewebe Eures Zukunstsgeschickes sein". iS. 50 Will man den Midrasch von „isch" und „ischoh" in der modernen Zeit anwenden, soll man sich nicht so ausdrücken, wie dies der Verfasser Seite 14 tut: „Das durch die weibliche Bildung aus „isch" sich entwickelte Wort „ischo" drückt auch sprachlich aus, daß Mann und Frau ihrem Wesen nach zusammengehören." Zu vermeiden sind auch die Ausdrücke wie „jüdisch gebildeter Jchudi" iS. 17), „Hoffnungsschnur" (3. 42), „Umfriedigung" (S. 85), „Stelldichein" (3. 94) u. a. Solche Ausdrücke sind auch bei Ansprachen zu vermeiden, die wie die vorliegenden, sich an orthodoxe Kreise wenden. Inhalt: Das Volk steifen Nackens. — Die Bekämpfnng des unbewußt Nationalen im Gefühlsleben des modernen Inden — Das nationale Judentum. — Monatsschau. — Referate und Mitteilungen. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Dr. Adolf B r ü l l; Für den Inseratenteil verantwortlich : Moritz I s aa e & Co., Annoncen - Bureau; Druck von H. L. Brönners Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.