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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-11-01 · Heft 11 (1.11.1904) · p. Seite 253

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 11 (1.11.1904)
Date
1904-11-01
Page
Seite 253 (sequence 15)
Language
German
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die Erziehungsanstalt in Ahlem! bei Hannover gezeitigt hat, den Handfertigke^^ unterricht uni» die Arbeit in Schulgärten. Reformen in dieser Richtung sind bert im Gantze. Der hebräische Unterricht — 2—3 Stunden täglich —, der implit den Religionsunterricht mitumfaßt, blieb von Anfang an, um ein Bindeglied den Getueinoen zu bilden, den einheimischen Lehrern überlassen. Doch war Ergebnis hie t und da zwitterhaft und ungünstig. Deshalb wurde den von Alliance entsendeten Lehrern eingeschärst, das wichtigste Ziil des Unterricht-, di-M Eharakterbilhung, in sämtlichen Fächern im Auge zu behalten und die eigentliches Erziehung sticht ausschließlich denen anzuvertrauen, die namentlich dem juug«^ Geschlecht gegenüber ihre Autorität eingebüßt haben. Auch dis jüdischen Momev8 > sollen sie sich selbst nach Kräften annehmen, vor allem im Geschichtsunterricht, bcjy sich an die jüdische Geschichte anznlehnen hat. Die Schüler zu edlen, selbstlosen^ Menschen nn) zugleich zu willensstarken, selbstbewußten Bekennern des alten GlaubM^ heranzubilder, das ist das Ideal, das den Lehrern der Alliance vorgezeichnet Redner, schloß mit dem Hinweis auf den Opfermut, den viele von diesen Lehrer»^ vorbildlich in eigener Person an den Tag legen, wenn sie in jenen unholden gebieten der Judenheit, wie in Marrokko und Persien, den Kampf gegen die inneren und äußeren Feinde ihrer Brüder, gegen den dies- und jenseitigen FanatismyS führen. Der Lortrag wurde mit großem Beifall ausgenommen. Den übriges^ Teil der Sitzung füllten Statutenberatungen aus. — Man schreibt uns: Sonntag, dm 23. Oktober fand im Burean des Deutsch-Israelitischen Gemeir^W bundes eine gemeinschaftliche Sitzung des Borstandes und des!Wohlfahrtsauss< des „Vereins jüdische Arbeitskolonie und Asyl" statt. Ter stellvertretende Vorsitzende Herr Morih Kosenom widmete den Verdiensten des Heimgegangenen ersten Bopsitzendeü, Mitbegründers und immerwährenden Ehrenmitgliedes des Vereins, Maurermeister Adler Worte dankbarster Anerkennung. Aus dem Berichte über Entwickelung der Arbeiterkolonie während der drei verflossenen Quartale sind folg Daten beachtenswert. Am 1. Januar betrug die Besetzung der Kolonie 71 Mi bis zum 30. September wurden 252 Mann ausgenommen und 246 Mann ent^ lassen, mithin verblieb am 1.'Oktober ein Bestand von 77 Mann. Bon Entlassenen wurden 87 Mann durch die Kolonie selbst in Stellungen untergebri der Rest vermochte sich selbst oder durch die Hilst von Angehörigen im Au-li einen Berus zu schaffen, in dem er die in der Anstalt erworbenen Fähig! verwenden kann. Besonders die in der Gürtlerei ausgebi^deten Leute finden Berliner Firmen gute Stellung; manche früheren Kolonisten beziehen bereiteich Wochenverd enst von 45 Mk. Aber auch die in den übriges Branchen wie flechterei, Stock- und der jüngst hinzukommenen Bürstensabrikation auSgebi! Leute sinder Anstellung oder Gelegenheit zum selbständigen Erwerb.' Da verst Betriebe mch Leute verwenden können, wurde beschlossen, die Frequenz der Ko! auf 86 Mann zu erhöhen. Damit wird die bei den jetzigen Raumverhäli

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