Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1904)
- Date
- 1904-10-01
- Page
- Seite 240 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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K Tunis, welches in Tunis i in arabisch-jüdischem Jargon ist das Zivil- und Strafgesetzbuch des Königreiches von drei Amateuren in Druck gelegt wurde. Etwas später schrieb ein gewisser Sarpbti, der häufig in maurischen Cafes kam. die Erzählungen, die er daselbst gehört, nieder. Bald stellte er einige Kopisten an und errichtete eine Art Manuskriptenhandlung, durch welche der Geschmack für profane Literatur verbreitet wurde. Im Jahre 1869 ließ Elie Gnedj die erste populäre Literaturgeschichte drucken. Im Jahre 1880 erscheint das erste Journal, welchem bald ein zweites folgte. Diese beiden hielten sich jedoch nicht lange. Das dritte Journal «El Mobacher" wurde im Jahre 1884 gegründet und vom Rabbiner Farhi redigiert. Die Zensur ließ später a le drei verschwinden, und als dann diese Vorsichtsmaßregeln aufgehoben wurden, erstanden die arabisch-jüdischen Journale, welche noch heute — vier an der Zast — bestehen. Der eigentliche Begründer der populären Literatur ist Farhi. Neien der Redaktion seiner Zeitung veröffentlichte er einen Band kleiner Erzählungen, zwei große arabische Romane und einen Tuniser Roman unter dem Titel ..Zin El Teman". Seine Nachfolger waren Simah Levy, Jakob Cohen nud Rabbiner Flah. Heute gibt es ungefähr fünfzehn solche populäre Schriftsteller, unter ihnen auch der Gelehrte Haim Uzan. Die veröffentlichten Bände und Broschüren bilden bereits eine stattliche Bibliothek. Die Arbeiten weisen nicht mehr die Mängel des Ki ldesalters mrf, man begegnet auch der feinen Satyre und es wurden auch mehrere französische Werke übersetzt. Die Juden in Algier besitzen wohl auch eine populäre Literatur, doch ist diese ziemlich arm und unbedeutend. — Herr Pros. Dr. Hermann L. Strack in Berlin ließ als Schriften das „Jnstitutum Judaicum" Nr. 3 in dch I. C. Hinrich'schen Buchhandlung in Leipzig 1904 in zweiter neubearbeiteter Auflage: „Joma" das Mischnallraktat, „Versöhnungstag" mit Erklärungen versehen erscheinen und gibt von Neuem Zeugnis von feinem lebhaften Literatur, der er bei christlichen Theologen Eingang zu verschaffen schon viele Jahre mit Erfolg bemüht ist und wozu seine Einleitung in den Talmud sein längst vergriffenes Lehrbuch der neuhebräischen Sprache und Literatur bereitet wird, sowie seine Ausgabe von vier Mischnastrakhaben. Vorliegendes Traktat „Joma" zeigt wie das altden Versöhnungstag zur Zeit des zweiten Tempels in den Tagen Christi und der Apostel beobachtet wurde und ist derselbe auch, wie Prof- Strack hervorheb-, für das Verständnis des neutestamentlichen Buches „Brief an die Hebräer" von Wichtigl eit. Die beigegebenen Anmerkungen und das Vocabularium tragen dazu bei, den Tmktat mit Verständnis lesen und wissenschaftlich benutzen zu können. dessen Neubearbeitung vo 'taten viel beigetragen testamentliche Gesetz über Inhalt: Zur Erinnerung Israelitische Geme öta Karl Emil Franzos. — Was ist, will und leistet der Deutschndebund. — Monatsschau. — Referate und Mitteilungen. Verantwortlicher Für den Inseratenteil Druck von H L ^Brönner's Redakteur und Herausgeber Or. Adolf Brüll; verantwortlich: Moriz Jsaac & Co., Annoncen-Bureau; Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.