Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1904)
- Date
- 1904-10-01
- Page
- Seite 230 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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— 230 Stadt mit Leichtigkeit infolge der Judenflucht sich ergaben. Ein Kulturbild von eindringlicher Sprache, Zahnarzt und sind. das aus dürftigen Resten der Vorzeit aufsteigt. — Der med. Adolf Kanlorowir; aus Dosen hat eine Preisausgabe der Berliner medizinisch«» Fakultät „ausgezeichnet" gelöst. Seine Arbeit wird als ein namhafter Fortschritt auf dem einschlägigen Gebiete bezeichnet. — Der Verwaltungsbericht und die Ja-lrcsrechnung der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden für das Jahr 1903 sind ausgegeben worden. Die Gemeinde hatte Ende 1903 537 stimmberechtigte Mitglieder. Anfgenommen wurden 47 Mitglieder. Ausgeschieden sind 34, davon 19 infolge Ablebens, 8 infolge Wegzuges, 5 wegen Steuerrestes, 1 wegen Austritts ans dem Judentum. Die Religivnsschule besuchten 294 Schüler, darunter 162 Knaben und 132 Mädchen. Schon lange ist nicht nur in Dresden, sondern auch in anderen israelitischen Religkonsgemeinden Deutschlands das Bedürfnis empfunden worden, bezüglich der Pensionierung der Rabbiner und Beamten, sowie bezüglich der Versorgung ihrer Hinterbliebenen zu festen rechtlichen Grundlagen zu gelangen In dieser Hinsicht alles der Regelung im gegebenen Einzelfalle zu überlassen und sonach bije Angestellten auf den guten Willen der jeweiligen Gemeindevertretung anznweist», schien aus Billigkeits- und Zweckmäßigkeitsgründen weder vom Standpunkt der Angestellten noch von dein der Gemeinden als das Richtige. Es sind daher in Deutschland mehrfach Versuche gemacht worden, die Pensionsverhältnisse für gewisse Beamtenkategorien bezw. für größere Bezirke einheitlicher Regelung entgegenzüsühren. Da sich aber ergebe» hat, daß in absehbarer Zeit ein Abschluß und Ergebnis dieser Versuche nicht zu erwarten ist, glaubte der Gemeinderat an die selbständige Erledigung der Angelegenheit für den Kreis ihrer Gemeinde herantretcn zu solle» und es ist infolgedessen eine Pensionsordnung entworfen worden, welche die Reliktenverhältnisse für Rabbiner und Beamte, im wesentlichen entsprechend den Bestimmungen riegelt, die für Beamte im Königl. Sächs. Staatsdienst in Geltung sind. Die Peusionsordiuing ist in der Sitzung des Gemeinderates vom 10. Nov. 1903 mit der Maßgabe zur Annahme'gelangt, daß sie von und in dem Jahre 1905 in Kraft treten soll.^ Rncksichtlich der bisher bereits Angestellten ist darin Bestimmung darüber getroste», fver von ihnen der Berechtigung ans diesem Regulativ teilhaftig werden soll. Wie im Vorjahre ist dnisch die rege Tätigkeit der Fraternitasloge auch diesmal die Ausrüstung und Entsendung der Ferienkolonie» bewerkstelligt worden. Auf Ansuchen hat man dabei Kinder aus einer anderen Gemeinde, selbstverständlich aus deren Kosten, mitgenommen, svdaß im ganzen 69 Kinder zu versorgen waren Der Gesamtaufwand hat 1516,20 Mk. betragen. — Die Einnahmen der Gemeinde betrugen 76367,35 Mk. die Ausgaben 71852,60 Mk. — Aus Grund einer chemische» Arbeit hat eine Dame ans Russisch-Polen, Frl. Amalie Hertz, an der Berliner Universität den philosophischen Doktorgrad erworben. Sie ist als Tochter eines jüdischen Arztes 1878 in Warschau geboren und hat dort 1896 die Prüfung aus dem vollen Kursus der Mädchengymnasien bestanden. Zwei Jahre später ließ