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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-10-01 · Heft 10 (1.10.1904) · p. Seite 218

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 10 (1.10.1904)
Date
1904-10-01
Page
Seite 218 (sequence 4)
Language
German
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/sticht, als mich ich es allein ge bank. Das gilt Sprachen; hier wie im Wortschatz und und mich seiner klaren das Hei — 218 — du nicht der Erste in deiner Klasse wiest und bleibst, so kommst du als Lehrling zu einem Kaufmann." Ich bin der Erste geworden und durchs ganze Gymnasium geblieben, aber welche Seelenqual schus dies Won in der ersten Zeit mir armen Knirps! Sv oft ich an einem Krämerladen vorbeikam und die Lehrlinge mit blaugefrorenen Fingern hinterm Ladentisch stehen oder gar ins Heringsfaß greifen sah, stand mir ordentlich soll wahrlich keine Anklage gegen die sorgcngebeugte Frau sein: daß sie mir den Sporn einsetzte, geschah nicht blos unter dem Zwang der Verhältnisse, sondern in klügster Berechnung »reines Wesens. Ich war ein verträumter Knabe; was mich fesselte, nahm ich leicht auf, was mich langweilte, ließ ich liegen und span» lieber an meinen Phantasien tagelang. Das änderte sich nun; was irgend an Tatkraft, in mir schlummerte, rvnrde wachgcriittclt, ich lernte arbeiten, fleißig sein. Ohne äußeren Zwang wär's nicht gegangen, der aber fehlte auch dann ingsfaß längst nicht mehr schreckte; vom vierzehnten Jahre ab mußte ich mich selbst ernähren, natürlich durch Lektionen, zumeist an Mitschüler, die schwer vorwärtskamm. So mußte ich um anderer willen gründlicher sein, als wesen wäre, und habe als Lehrer mehr gelernt als auf der Schul» ich von meinem früh erwählten Lieblingsfach, den klassischen gab msr erst das Unterrichten völlige Sicherheit in den Formen damit die Freiheit, in den Geist der Alten einzudringen Schönheit zu freuen. mein Bik Über logie. Daß ein Allerdings, wenst — in mein Sty! spann Träume las; es hat dar Goethe und erraffen konnte hefte", und war als abends auf selbst etwas zu zunächst einen el erste- Gedicht kalender" „Unfug!" donne^r! gar. Sie haben Philvlog zu wl ziges Lebensziel gedruck Berufsstudium war ich früh mit mir einig: die klassische Philo- Schriftsteller in mir stecke, haben damals andere vermutet, ich nicht. ich abends nach harter Arbeit — fünf Schulstunden, vier Lektionen bchen leimkehrte, ging erst meine schönste Zeit an: ich saß still da, stnd sann Geschichten aus, wie einstens auf der Haide. Oder ich >uals Monate gegeben, wo ich allnächtlich einen Band verschlang: tor Hugo, Heine, Hackländer und die Paalzow — was ich eben Auch hielt ich mir die „Garteiilaube" und „Westermann's Monats- Theater in Czernowch, so aß ich lieber des mittags trockenes Brot, der Galerie zu fehlen. An solchen Abenden ewpfand ich den Drang, schreiben, am stärkste», aber „der tanzende Leutnant" erhielt doch ptischen Nachfolger: in meinem fünfzehnten Jahre schrieb ich als eine Romanze „Im Walde". Sic wurde im „Bukowincr Haush ebestso allerlei selhsterfundene ..Sagen aus der Bukowina", te mich da einmal mein Direktor Stefan Wolf an. „Mir scheint Talent für solche Schmieralien!! Und Sie haben mir doch versprochen,! Ich beruhigte ihn^ die Philologie sei nach >oie vor mein ein- So! war's auch; wenn ich abends auf meinem Stübchen den e:den!

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