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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-09-01 · Heft 9 (1.9.1904) · p. Seite 209

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 9 (1.9.1904)
Date
1904-09-01
Page
Seite 209 (sequence 19)
Language
German
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bewanderten Gelehrten die Übersetzung der Handschrift zu bearbeiten. Menelik hchk ferner den Franzosen beauftragt, di« Inseln des ZanuiaseeS zu erforschen, wvzur? Zeit des mohammedanischen Eroberungszuges gegen Abeflynien die religiösen Altertümer des Landes verborgen worden sein sollen. Man hofft, dort noch weitest handschriftliche Funde zu machen. Das besondere Interesse MenelikS erklärt sich dadurch, daß die abeffynische Sage die Abstammung der Könige von Aethiopieu, auf Manihelel, den Sohn Salomons und der Königin von Saba zurückführt. — Auf Antrag des Ministers des Innern wurde Herr Doktor Henri de Rothschild m Paris zum Chevalier der Ehrenlegion ernannt. Das „Journal Officiel" motiviert diese Ernennung wie folgt: „Besondere Rechtstitel: Gründer der ArmenapothM Piepus, der Mlchtrinkhalle für Arme, der Polyklinik und des Hospitals anf der Rue Marcadet des Dispensatoriums von Berck sur-Mer. Verfasser zahlreicher Arbeiten über die Hygiene der Ernährung und die Pathologie des Säuglings. — Die Niederreißung des alten Ghetto und die monumentale Ausmauerung der Tibers werfte brachte die israelitische Gemeinde in Kam auf den Gedanken, an Stelle deü wenig ästhetischen, wenngleich innen reich ausgeschmückten Gebäudes der bisherige» Synagoge eine neue erstehen zu lassen. Dieselbe nimmt eine Grundfläche von 1500 Quadratmeter ein, weitere 2000 Quadratmeter dienen als Gartenanlagen. Die Arbeiten wurden vor drei Jahre» begonnen und eine Million Lire dafür au-ge» worfen. Der architektonische Stil zeigt Anklänge an griechische und affyrische flüntft, beide Richtungen harmonisch miteinander vereinigend; die Bogenlinien fehle» ustb sind durch flache Querbalken ersetzt. Das von Travertinstein ausgeführte, reich «eit vergoldetem Styck verzierte Gebäude hat einschließlich der Aluminiumkuppel thM Höhe von 46 Meter, der Borraum am Haupteingange ist von vier dorischen Säule» getragen, am Montgiebel liest man in hebräischer Sprache die Worte: „Gesegnet sei dein Eingang und dein Ausgang", darüber prangt der siebenarmige Leuchter. Durch zwei große, vergoldete Türen gelangt man vom Haupteingange zu breite» Marmortreppen, die zu den Galerien führen. An diesen, ebenfalls auf Säule»» reihen errichteten Tribünen sind vergoldete Kandelaber angebracht, von denen elektrische Lampen herabhängen. Psalmverse sind auf großen Tafeln an den gewaltige»? Pilastern, welche die Kuppel stützen, angebracht. Gegenüber dem Hauptei«ge«Hb befindet sich die marmorne Bundeslade mit den Gesetztafeln. Der Mosaikfußboden des Tempels weist griechische und geometrische Zeichnungen, die Malerei der Seiles wände Palmenornamente auf. Bequem und elegant eingerichtete Lokale für' dit Verwaltung, Wihnungsräume für den Oberrabbiner, ein Saal für die Zusammeukünfte des Genie indevorstandes, sind der Synagoge angegliedert.— Ein künstlerische» Testament könnte man das in Amsterdam ausgestellte Selbstbildnis des niederländffcheO^ Altmeisters Joseph Israels nennen; nur darf der Gedanke, daß es sich um euM letzte Arbeit handle, hier nicht aufkommen, da der greise Künstler noch im Beffchtz einer Schaffensfreudigkeit ist. die allen Gesetzen der Natur zu spotten scheiut. I»

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