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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-08-01 · Heft 8 (1.8.1904) · p. Seite 170

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 8 (1.8.1904)
Date
1904-08-01
Page
Seite 170 (sequence 4)
Language
German
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Menschen oft erst da» alltäglich ist es, daß denn jetzt zu mir, wo Diese Antwort w», - M*pf!p > 11 •'"» J-JJU.il1MMAWWWWMWWM — i 170 — '! n einander aufsuchen, wenn sie Linander brauchen, und ebenso die Menschen alsdann einander zurufen „warum kommet ihr es euch schlecht geht, wo ihr in Not und Bedrängnis seid", ist wohl begreiflich, aber sie ist nicht edel, nicht großmütig, sie verstößt gegen bctä Gebot der Thora „du sollst dich nicht rächen und keinen Zorn nachtragen,,.*) Wie ganz anders als Jephta handelte Mose. Sein ganzes Leben hat er den, jüd scheu Volke aufgeopfert und dennoch großen Undank erfahren, der ihn zum Ausrufe veraulaßte: „Es fehlt nicht viel und sie steinigen mich." Was tat nun Mose, els Gott zu ihul sprach: „Ich will dieses Volk vernichten und von dir ei» großes Volk entstammen lassen". Er betete für das Volk: „Verzeihe ihre Sünde, o Herr, wo aber nicht, so lösche mich aus denl Buche, das du geschrieben hast." Aber noch mehr, leset nur einmal die' herrlichen und unübertroffenen Reden nnserkss hohen und erhabenen Lehrers im fünften Buche unserer Thora. Mose sieht im prophetische» Geiste Israel zerstreut unter feindlichen Völkern, er sieht, wie grausame Nationen Israels Söhne und Töchter in Gefangeuschaf führen; er sieht, wie Nationen. Tief blutet es adonoj elohec ubchol nufschecli dem Ewigen deine suchen wirst mit ga sind verflossen, seit ui Israel zum Spotte und zur Stachelrede - wird unter den sei» Herz, da ruft er dem Volke die trostreichen Worte zu: „Du wirst nicht untergchen, denn ein Gott-der Barmherzigkeit ist der Ewige dein Gott, er wird dich nicht verlassen, dich nicht dem Untergange weihen", denn in deiner Not, wenn dich trfssen werden alle diese Leiden: „ubikaschtem mischom io umozoso, ki tidreschenu becliol lebobcho o“ „da»n wirst du sehnsüchtig verlangen nach n Gotte, und du w i r st ihn finden, ioenn du ihn iizem Herzen und ganzer Seele".** ***)) Jahrtausende lser großer uich> erhabener Lehrer Mose diese Worte gesprochen, und doch ist'es uns, als ob der heutige Tag, ,,der Jom hakkipurim“ uns jetzt zurusen wollte: Gar viele von euch haben Gott aus Herz und Seele verbannt, aber heute „ubikaschtem mischom es adonoj elohecho“ verlangt sehnsüchtig euer Herz nach Gott und ihr werdet Gott finden, wenn ihr ihn suchet mit ganzem Herzen und ganzer Seele. Wie heßen aber jene Wege die zu Gott führen? Drei Worte nenne ich euch inhastschwer, sie gehen heut von Mund zu Munde,*"*) sie nennen uns die Ramien der Wege, die zu Gott führen, sie heißen: „tesobubob", ..tefilWv xedokol," '„Buße", „Gebet" und „Wohltätigkeit". ,1- M A.! Der erste Weg, den wjr cinschlagcn müssen, um Gott zu finden, er heißt: „teschuboh“ Doch was ist unter teseirubolr zu verstehen? Ein jüdischer *) 8. B. Mos. 19, 18. **) 5. B. Mos. 4, 2j9. ***) vgl. Schiller, die Worte des Glaubens-

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