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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-07-01 · Heft 7 (1.7.1904) · p. Seite 164

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 7 (1.7.1904)
Date
1904-07-01
Page
Seite 164 (sequence 22)
Language
German
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'"V WWIIW.,' Sklaven sich gemacht und — 164j großartigen technischen Fortschritte, daS die ungezügelte Kraft des Dampfes zum den Erdball mit Kupfer und Eisen umspannt hat, um Schrift und Sprache, un Kraft, Licht und Bewegung mit Blitzes fortzupflanzen. Diesem gewaltigen uaturwissenschastlichen und technischen der Schnelligkeit des abgründige Vertiefung des 18. Jahrhunderts in Deutschland ein in Umschwung vollzogen, die de« Denkrichtungen Aufschwünge im 19. Jahrhundert ist aber eine unermeßliche, des philosophischen Geiste- , zumal i« Deutschland, am Ende vorangegangen. Zu End« des 18. Jahrhunderts hatte sich der Geschichte der Geist« swissenschaften einzig dastehender Auf dem Gebiete der Philosophie trat eine Umwälzung ein, neue und ungeahnte Ziele steckte. Die alten, großartigen Systejne des Rationalismus, eines Cartesius, Spinoza, Leibniz und Wolff, und des Empirismus, eines Baco, Hobbes, konnten dem Anstürme des Weisen von Königsberg nicht Widerstand leisten. Er stürzte die alten philosophischen Lehrgebäude und errichtete auf den Trümmern derselben sein eigenes, festgefügtes, philosophisches System, dessen wichtigste Elemente in das deutsche Volksbewußtsein eingedrungen und Gemeingut aller Gebildeten geworden sind. — Hierauf gab der Vortragende eine biographische Skizze von dem Leben Kants (geb. zu Königsberg in Preußen am 22. April 1724, gest. am 12. Februar 1804), und tvendct sich zu dessen Hauptwerk „Die Kritik der reinen Vernunft". Ausführlich bespricht der Redner die Kant'sche Lehre von Raum und Zeit. Rann» und Zeit sind nach Kant's Formen unserer Anschauung; das heißt: unser Geist hat die Eigenschaft, daß er alle Dinge nur räumlich und zeitlich festhalten kann An und für sich sind Raum und Zeit nicht vorhanden, sondern! wir Menschen kleiden die Dinge, die wir betrachten, in den Rahmen der Räumlichkeit und der Zeitlichkeit. Daraus folgt, daß wir die Dinge nicht erkennen, >vie sie sinh, sondern >vie sie u»S erscheinen. Der Redner wmidet sich nun zu Kant's „Kritik bd praktischen Vernunft", und weist darauf hin, wie der Philosoph in der eigenen Persisnlichkeit des Menschen, im eigenen Geiste, mitten in der Flucht der Erscheinungen, den festen Punkt findet, an den er seine praktische Philosophie knüpft. Wir Menschen sind nämlich nicht nur erkennende, sondern auch »vollende Wesen- Wir sind nicht nur init Erkenntnisvermögen ausgestattet, sondern jeder von uns trägt im tiefsten Grunde seiner Seele etwas, was ihm erst den Stempel einer selbständigen Persönlichkeit aufprägt, den Wille»». Der oberste Grurdsatz, nach den» die praktische Betätigung unseres Willens, nach dein unser Handeln ich richten soll, ist das Sittengesetz, das Kant als den kategorischen Imperativ in die »nerkwürdigen Worte faßt: -„Handle so, daß die Maxima deines Willens zugleich als ein Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte." Nicht noch Nützlichkeitsgründen dürfen »vir unsere Handlungsweise einrichten, sondern nach dem, was das Sittengesetz u»»s gebietet, was die Pflicht uns vorschreibt. Nach ciner weiteren Beleuchtung dieses Gedankens schloß der Redner mit den Worten: „Hundert Jahre sind verstrichen, seitdem der Weise von »erg seine müden Augen zur letzten Ruhe schloß. Der Mund, der dpi»

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