Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1904)
- Date
- 1904-06-01
- Page
- Seite 137 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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sowohl in Geld, als anch in Natnralien. Bloß Geldnnterstütznngen erhielten 700 Familien, - so daß zusammen rnnd 2200 Familien, also ungefähr die Hälfte der Gesamtzahl, von der jüdischen Gemeinde unterstützt werden mußten. Hierzu muß noch jene große Anzahl von Famrlienhänptern gerechnet werden, die keine Unterstützung der Gemeindekasse in Anspruch nehmen und von dem Bethanse oder der Klaus nnterstüßt werden, welcher sie angehören. Ans der angeführten Zahl sind auch die alleinstehend ni Greise, Greisinnen, Witwen und. Waisen — ungefähr dreihundert — ausgeschlossen, welche während der acht Pessachtage ganz auf Kosten der Gemeinde im öffentlichen Speisehause gespeist wurden. — In der österreichisch-ungarischen Armee ist k!irzlich ein Jude zum General ernannt worden. Es ist dies der ans Gyöngyös gebürtige Ritter Eduard von Schweitzer, der bisher als Oberst der Infanterie in Raab (Ungarn) stationiert war. Ritter von Schweitzer ist der erste jüdische General in der Armee Österreich Ungarns. — Auch Siegfried Popper geb. 1848 in Prag der bisherige Oberst der Marine ist zum Generalingenienr ernannt worden. — Am 15. Mai fand in Paris in dem neneingerichteten, geräumigen Bibliothekfanle der Normalschule (Ecole Normale Jsraolite Orientale) die Generalversammlung der Allianz statt. Der Generalsekretär Herr Jacques Bigart erstattete Bericht über die Wirksamkeit der Allianz im verflossenen Jahre. Zunächst faßte er mit kurzen Worten die Greueltaten von Kischinew und Homel zusammen und wies auf die Sammlungen hin, die von der Allianz veranstaltet wurden, um den Notständen der jüdischen Bevölkerung wirksam zu steuern. Sodann kam er auf unsere Glaubensgenossen in Rumänien zu sprechen und konstatierte, daß sich ihre Lage im abgelaufenen Jahre kaum verändert hat. Dementsprechend mußte die Allianz ihre Hilfsaktion fortsetzen, namentlich durch Unterstützung der Borschußkassen, die sich als sehr wohltätig erwiesen und daher in letzter Zeit vermehrt wurden; ferner itnirlicn in den jüdischen Volksschulen Mittags Freitische geschaffen; anch wurden Subventionen für Heizung, Schulgelder u. s. w. bewilligt. Gegen die falsche Anklage des Ritualmordes zu kämpfen, ist das Zentralkomitee stets bestrebt, und dank dw Bermittelung seiner 'Vertreter gelang es ihm, namentlich in Ägypten im Laufe des Jahres 1903 zwei dieser ungeheuerlichen Anschuldigungen zu nichte zu machen Die Verhältnisse der Juden in Marokko waren besonders mißlich, und die Allianz mußte den von Räuberbanden ins Elend gestürzten Juden namentlich in Stat, Demnat, Seffron, ihre moralische und materielle Hilfe angedeihen lassen. Weiter berichtete Herr Bigart über das Schulwerk der Allianz, das jetzt 120 Elementar- und Gewerbeschulen umfaßt mit einer Gesamtzahl von 33000 Schülern. Er betonte mit besonderem Nachdruck den segensreichen Einfluß dieser Schulen in Persien, wo die jüdische Bevölkerung auf einem niedrigen kulturellen Niveau stehe. Die bloße Anwesenheit eines Schuldirektors der Allianz bedeute dort eine Bürgschaft für die Sicherheit unserer oft bedrängten Glaubensgenossen Zum Schluß gab er ben Mitgliedern bekannt, daß vor kurzem vom Zentralkomitee der Ankauf eines itliiliiiltliMiII IWiiii II riltiÜiiTil'