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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-05-01 · Heft 5 (1.5.1904) · p. Seite 100

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
24 (1904)
Issue
Heft 5 (1.5.1904)
Date
1904-05-01
Page
Seite 100 (sequence 6)
Language
German
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T JyUiPfPP^iP vom rechten Glauben 100 — ja sogar der Gebrauch der reinesi deutschen Sprache ist verpönt und das mit slsivischen und hebräischen Elementen durchsetzte mittelhochdeutsche Idiom bildet die Umgangssprache der Ghettobewohner. — Da übernahmen vor Männer, allen voran Sigismund Geisenheimer, die hehre Aufgabe, allen Schwierigkeiten von außen und innen zum Trotz auch diesen doppelt Unglücklichen die Segistlngen der modernen Bildung zu perschaffen. Das Mitgefühl für die Armen, das diit Jahrzehnt früher Pestalozzi zsi der Forderung veranlaßt hatte, es müsse auch dem Ärmsten die Ausbildung seiner! geistigen Kräfte ermöglicht werden, das den großen Schweizer zur Begründung von! wahrhaften Volksbildungsstätten geführt hatte, das gleiche Gefühl beseelte, wie!der „Prospectus zu einem Philanthropin für arme Kinder jüdischer Nation" beweist, Geisenheimer wie seine Genossen: „Den armen Mitbürgern die Erreichung der großen und edlen Endzwecke Iler Menschheit zu erleichtern", die Jugend ihrer Glaubensgemeinschaft „zu brauchbaren .und nützlichen Mitgliedern sinder großen bürgerlichen Gesellschaft zu bilden", dieser Idee opferten jene Männer istre ganze Kraft und verstanden es, für sie das Interesse der „Freundc alles Gaten und Edlen" zu erwärmen. Bon denselben Gedanke» wie Pestalozzi ausgehend, begründete» sie diese Schule, das Phil ant hrop i 11; mit voller Absicht gaben sie der Anstalt diesen Namen, sie prägten ihr mit dem Namen den Geist auf,! in dem sie zu wirken berufen war. Schon in den Äußerlichkeiten war die siene Anstalt den Basedow- Campeschen nachgebildet: die gleiche Kleidung der Zvgjinge,. die Aufstellung der jährlichen ConduiteutaM mit ihren sigua diligentiae sind notae pigritiae, den Punkten und Strichen;! das Sittengericht, die feierliche Hauptprüfung mit der festlichen Speisung der Zisglinge — diese und manche andere Einrichtung der Philanthropinisten wurden apch gleich bei der Begründung sinserer Schule eingeführt. Auch, der Unterricht vollzog sich in der Art und Weise der Philanthropinisten; die Methode befolgte streng den Weg von der Anschauung stun Begriff, vom Begriff zum System, de» Lehrplan bestimmte die Rücksicht auf he» Nutzen. Freilich trat hier bald eine Änderung ein. Das Vorbild der Mnsterschnle, an der Pestalozzis Schüler Grüner als Oherlehrer wirkte/ das Studium der! Schriften Pestalozzis bestimmte schon fünf Jahjce nach der Begründung des Philanthropins den Oberlehrer Heß, die Pestalozzische Methode auch hier einznführen sind die formale Bildung, deren Wert vvu den Philanthropinisten verkannt worden war, ivieder nach Gebühr bei der Erziehung zu berücksichtigen. Aber diese Änderung der methodischen Grundsätze, wie alle späteren.! ließ die eigenartige Richtung der! Anstalt völlig unberührt. „Aufklärung uni) Humanität", das war der Geist, der im Philanthropin nach dem Willen seiner Begründer immerdar eine Stätte haben sollte. Hinweg mit den Ketten, die mißverstandene Überliefeznng und blinde Autorität um den Menschen gelegt haben; frei von jedem Zwang soll der Mensch fest« tiefstes/ sein innerstes Verlangen erfüllen dürfen und etwas Rechtsschaffenes und Tüchtiges in der Welt

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