Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 24 (1904)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1904)
- Date
- 1904-02-01
- Page
- Seite 41 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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nicht stecken lasten, geh'n wir nur her zu der Chuppeh (Trauung), der Herr von Mannheimerleben wird schon machen, daß die Partie nicht wird zurück Hetzen." „Lieber Herr", sagte Mannheimer, „Sie überschätzen meine Kraf „Nu. Hsrr von Mannheimerleben", sagte der Brautvater, „machen Sie sich nicht Nein. Die ganze Welt weiß, ein Wort von Ihnen ist mehr wert als wie tausend Wörter von mir." „Ah so", sagte Mannheimer, „Sie meinen, ich soll für Sie Bürgschaft leisten." i „Chodsche (meinetwegen)!" sagte der Brautvater. „Ob sich aber der Bräutigam mit meiner Bürgschaft zufrieden geben wird", sagte Mannheimer mit einem leisen Anflug von Ironie. „Herr hon Mannheimerleben", sagte der Bräutigam, „wenn Sie mir gut steb'n, das ist mir so viel, wie wenn ich das Geld schon in der Tasch' haben macht'. Wenn Sie mir! aber nicht glauben, daß ich zu Ihnen ein großes Vettrauen Hab', können Sie mir! ja e Wechsele geben."! Mannheimer mußte lächeln über die urnaive Form dieser Pfiffigkeit und hatte den Humyr, auf die Sache einzugehen. Der allzeit getreue seinem braunen goldbetreßten Rocke mit dem imponierenden Zweispitz auf mußte dafür Soi^ge tragen, ein Wechselblanquett zur Stelle zu schaffen. Wechsel wurde ich Zeremouiensaale ordnungsgemäß ausgestellt zahlbar und Mannheimer setzte sein Accept darunter. Mit großer Befriedigung Bräutigam das Papier in die Tasche, und nachdem dieses Geschäft begaben sich die Anwesenden aus dem Zeremouiensaale in den Tempel, Tranungsakt vollzogen wurde. Es wirkte wie eine Ironie des Geschickes, was sich an derselben Stelle, an demselben Tage j einige Stunden später ereignete. Zufällig traf es sich, daß für fünf Uhr Abends eine zweite Trauung angesetzt war. Der Tempel, in welchem kurz vorher nach Überwindung so großer Schwierigkeiten vor wenigen Hochzeitsgästen eine so armselige! Trauung stattgefunden hatte, erstrahlte jetzt in vollstem Lichterglanze. Die ganze Wiener Finanzwelt war im Tempel versammelt und füllte denselben bis auf den letzten Platz. Ein Kranz von schönen aufs reichste geputzten Damen, deren Geschmeide an Ohren und Brust dem Publikum in die Astgen glitzerte, war anwesend beji der Trauungsfeier; es galt die Verbindung zweier ist der Finanzwelt hervorragender Familien, der Häuser Todesco und Worms.! Nachdem! die feierliche Zeremonie vorüber war und sich Alles herbeidrängte, dem Brautpaar dieser von Gold zu gratulieren, benützte Mannheiiner die günstige Gelegenheit,, in und Freude strotzenden Versammlung zu Gunsten der armselig«!. Brautleute, die er wenige Stunden vorher an derselben Stelle miteinander verbunden hatte, seine Stimme zu erheben. Ju der ihm eigenen herzgewinnenden Weise erzählte er mit schlichten Worten die Geschichte der vorangegangenen Trauung und seine Schnitzler m dem Haupte Der Primanach Sicht, steckte der erledigt war, woselbst der