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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-12-01 · Heft 12 (1.12.1903) · p. Seite 283

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 12 (1.12.1903)
Date
1903-12-01
Page
Seite 283 (sequence 21)
Language
German
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die Nützlichkeit, ja die Notwendigkeit des geplante« Werkes klargelegt, von der Versammlung beifällig aufgenommenen Ausführungen des Referi sich ein Beirath gebildet, dem sich die Herren: Prof. Baginsky, Prof. Dr. L. - Dr. E- Landau, Prof. E, Barth, Dr. Franz Oppenheimer, Prof. Mi Eduard Bernstein, Dr. Hoffmann» Rektor des Rabbinerseminars, Prof. Dr. Profeffor P. Marburg, Dr. Alfred Rofsig, Dr. Preuß, Prof. Dr. Pagel, Oppert, Dr. S. Soskin, Dozent Dr. E. Baneth, Justizrat Dr. Heinrich Cohn, Dozent Dr. Elbogen, Ober-Rabbiner Dr. Fuchs, Dozent Dr. Hirsch heimer, Prof. Dr. Philippson, Dozent Dr. I. Wohlgemuth und Prof. Zabl angeschloffen haben. Ein gleicher Beirat besteht auch in Paris, welchem Herren Grand-Rabbin Zadoc Kahn, Prof. Oppert, Dr. Max Rordau, Dr.^ de Rothschild rc. angehören. — In Memel hielt Herr Dr. Keerman« auS t bürg einen Vortrag über „Tolstoi als Effäer". Die Effäer sind eine alte Sekte, die unter einem anderen Namen zur Zeit deS Propheten JeremiaS { wurde. Die Effäer fühlten sich angewiedert vom babylonischen, griechisi römischen Luxus. Sie sahen, daß sich hinter äußerlich eleganten Formj fürchterliche Herzensroheit verbergen kann. Sie mieden deshalb den Umg« den weltlich gesinnten Leuten und zogen sich, wo es angängig war, in dit zurück. Ihr Grundsatz war: „Wenig bedürfen bringt der Gottheit am Mit religiösen Zeremonien war das Bad und das Mahl verknüpft, lich das letztere galt ihnen als etwas heiliges, mystisches (Abendmahl). Besitztümer hielten sie aber für schädlich. — Tolstoi hat die sozialen Grund[ Effäer für die heutigen Zustände verarbeitet. Was er „Urchristentum" nennt, man ebenso „Urjudentum" nennen. Weferale und Mitteilungen. Fest- und Sabbath-Predigten von Dr. I. I. Uuger, Rabbiner der Kultusgemeinde in Igla«. Prag und Breslau. Verlag von I. B. Brandet»^ Der ehrwürdige, hochbetagte Kanzelredner, der bereits über 40 Jahre se> reich in Jglau wirkt, bemerkt in einer seiner Predigten (gehalten am l. Tagt" Hüttenfestes 5660 [1899]) S. 74: „In gebührender Berücksichtigung der gemeinde bewegt sich darum der Kanzelvortrag in leichtfaßlichen Gedanke», auf bekanntem und alle» zugänglichem Gebiete, spricht wohl eine gewählte! doch gemeinverständliche Sprache, mutet dem Zuhörerkreise keinerlei Anstr, Geistes zu, stellt dessen Geduld niemals auf dir Probe und fordert von ihm jene ungeteilte Aufmerksamkeit, die dem Vortrag einen moralichen Erfolg zu bürgen mag." Mit diesen Worten charakterisiert Unger seine eigenen Pr! Sie sind einfach, klar, für jedermann verständlich und nicht zu ausgedehnt.

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