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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-12-01 · Heft 12 (1.12.1903) · p. Seite 266

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 12 (1.12.1903)
Date
1903-12-01
Page
Seite 266 (sequence 4)
Language
German
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Die „Eveliua'Schüle* in Jerusalem wurde im Jahre 1899 von 300 Kinde besucht, im Jahre 1893 von 600. Demgegenüber steht eine Bevölkerung von 40000. Aber auch für diese 600 Kinder konnte nicht genügend gesorgt werden. Hunderte von Kindern müssen alljährlich abgewiesen werden, denn es giebt keine zweite Mädchenschule in Jerusalem. Hierauf knüpfte Redner an die Tätigkeit der „Jca", deren Mitglied die Anglo-Jewish-Association ist. folgendes an: Es herrschen verschiedene Ansichten da' über, ob die Mitte! der „Jca" mehr im Osten oder mehr im Westen verwendj werden sollen, auch wird der „Jca" vorgeworfen, daß sie überall etwas, aber nij gends ausreichendes leiste. Redner ist der Ansicht, daß die Lage der Juden i! Osten wie im Westen eine hilfsbedürftige sei und es wäre ein unverzeihlicher Fehle^ wollte man sich ausschließlich auf Aufbesserung bloß des einen oder anderen Teiles verlegen. In Argentinien machen die Kolonien schöne Fortschritte, trotz der Schwierig leiten, welche sich anfangs gezeigt haben und trotz der Mißgriffe, welche beim Aus lesen des Kolonistenmaterials gemacht wurden. Manche Kolonisten haben Argei timen verlassen und andere sind an ihre Stelle gekommen; es wurde ein neu Land angekauft und Reformen administrativer Natur sind im Zuge. Argentini« ist sehr entwicklungsfähig; siebentausend unserer Brüder wurden aus dem Ghetto m dem russischen Ans edelungsrayon hier angesiedelt und leben auf ihrem Boden w von ihrem Boden im vollen Genüsse ihrer Freiheit. i Aus Rumc nien emigrierten im Jahre 1902 mit Hilfe der „Jca" 78t Personen, diese nurden sorgfältig ausgewählt und jede Person hatte von vornhere ihren Bestimmung? ort und ihren Beruf gesichert. Was unsere Schulen in Rumäni« betrifft, sagt Redrnr, so ist es bekannt, daß die grausame rumänische Regierung da rationellen Erziehung der Juden die größten Schwierigkeiten in den Weg legt, un sie in Unwissenheil zu erhalten und sie dann wegen deren Folgen zu verurteile» und an den Pranger zu stellen. Was für Kolonisationsmakrial muß aber ein ij tiefster Unwissenheit steckendes Volk liefern? Die Gesellschaftsschulen in Rumänie« haben eben den Zweck, das Volk für eine rationelle und erfolgreiche Kolonisation oder eventuell für den Genuß der bürgerlichen Freiheit zuhause fähig zu mach« Die Berichte üb:r Rumänien lauten wohl etwas hoffnungsvoller, doch Rednej mahnt zur Vorsi<ht, denn es sei unmöglich, volles Vertrauen in die Zukunft zi setzen. Es steht zn befürchten, daß, wenn die Aufmerksamkeit Europas von Rumäni» lange genug abgclenkt fein und die Presse ihre Wachsamkeit aufgeben wird, bß| rumänische Regie:ung wieder ihr Werk fortsetzen und ihre Juden in eine im hoffnungslosere mid verzweifeltere Lage bringen werde. Redner sprach hier nicht oi blinder Voreingenommenheit. Die Juden Rumäniens sowohl, wie die außerhal stehenden, wären froh, wenn die Streitaxt begraben würde und die Vergangenheit vergeffen wäre, «her da müssen sich viel possitivere und verläßlichere Zeichen

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