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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-10-01 · Heft 10 (1.10.1903) · p. Seite 237

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 10 (1.10.1903)
Date
1903-10-01
Page
Seite 237 (sequence 23)
Language
German
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I. G. B., Landesgrichtsrat Dr. Sommer, Dr. Blau und Kahn-Köln. — Zn Leipzig wurde auf dem israelitischen Friedhofe in schlichter Feier ein Denkstein für den im März vorigen Jahres verstorbenen neuhebräischen Dichter und Schriftsteller Dr. ,jur. rt phil. Salouwu Mandelkern geweiht. — August Jümann in seinem Roman „Ein Günstling des Volkes" schreibt Folgendes: Zunächst ist zu konstatieren, das; unsere Konzerte und Kunstausstellungen aufhören müßten, — mit Ausnahme der subventionierten —, wenn die Inden plötzlich verschwänden und nach Palästina answanderten. Auch die Buchhandlungen müßten zum größten Teil geschlossen werden, weil es zum überwiegenden Teil Juden sind, die Bücher kaufen. Mit einem Wort, wir würden auf einen Schlag in das Mittelalter zurückversetzt werden, in ein Mittelalter, das nur durch Tampf und Elektrizität sich von dem historisch bekannten unterscheiden würde, wenn uns die Inden verließen! Denn sie sind die eigentlichen Träger der Kultur Europas. — Tie Stipendien der Michael Beerschen Stiftung sind, wie der Senat der Üerliner königlichen Akademie der Künste (Sektion für bildende Künste) mitteilt, für das Jahr 1J04 zu vergeben. Der Wettbewerb um die erste Stiftung, die für jüdische Maler aller Fächer eröffnet ist, läuft am l. März 1904 ab: der Preis beträgt 22o<) Mark zu einer einjährigen Studienreise nach Italien. Ter Wettbetverb um den Preis der zweiten Michael Beerschen Stiftung für Maler, Bildhauer, Kupferstecher und Musiker, ohne Unterschied des religiösen Bekenntnisses, wird hiermit pro 19t>4 für Bildhauer eröffnet. Als Preisansgabe ist gestellt worden: „Ein für den Eingang in ein Bibliothekzimmer geeignetes Relief." Seine Gestaltung, Halbkreis oder "Rechteck, bleibt dem Ermessen des Bewerbers überlassen, nur muß es ganze Figuren enthalten und in der Höhe mindestens 0,70 Meter in der Breite nicht unter 1 Bieter messen. Die Ablieferung der für diesen Wettbewerb bestimmten Arbeiten nebst schriftlichem Belv'erbnngsgesuche an die königliche Akademie der Künste muß bis zum 1. März 1904, Mittags 12 Uhr, erfolgt sein. Auch hier besteht der Preis in einem Stipendium von 2250 Mark zu einer einjährigen Studienreise nach Italien. — Man berichtet: In den seit Beginn der antisemitischen Bewegung erschienenen Auflagen von Weyers großem Konversations Lerikon konnte vielfach konstatiert werden, daß dieser angeblich auf rein wissenschaftlichen Grundlagen ausgebante Sammelwerk dem Jndenhasse nur allzusehr Konzessionen macht. In dem kiirzlich erschienenenen dritten Band der sechsten Auflage findet sich auf Seite 83 folgende Bemerkung: „Sicherlich mag der Blutaberglaube auch zuweilen bei Inden.zum Morden verführt haben." Für diese ungeheuerliche Anschuldigung kann selbstverständlich nicht der Schatten eines Beleges angeführt werden. Wenn der Bersasser des Artikels es auch hinterher ablehnt, diese Beschuldigung der jüdischen Religionsgemeinschaft als solcher auszubürden, so kann ihm die gerügte Behauptung doch nicht den Borwurf der Voreingenommenheit und Oberflächlichkeit ersparen. — Wir empfehlen, sich an das durchaus unbefangene und namentlich in den historischen Artikeln anerkannt vorzügliche Brockhaus'sche

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