Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 23 (1903)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1903)
- Date
- 1903-10-01
- Page
- Seite 230 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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230 war, jüdischen Eltern Januar 1767 wurde nanut, wegen Mord- Kinder wegzunehmen und zwangsweise zu taufen. Anfangs der Kojeteiner Jude Chaim, auch Joachim Moses Löbl ge- und Naubverdachtes gefangen genommen. Er erkrankte gleich nach seiner Einlieferung und sprach den Wunsch aus gelaust zu werden. Dieser Wunsch wurde erfüllt. Da sein Zustand von Tag zu Tag schlechter wurde, bat er, daß man ihm gestatten möge, seine Familie zu sehen, die er zur Taufe zu überreden versprach. Ayf Grund dieses Versprechens erhielt der Äreishauptmann von die ganze Familie des Löbl, bestehend ans der Gattin, deren Schendl und Fradl, 18, 16 und 10 Jahre alt, einen Brünn zu schaffen, erhielt der Olmützer Olmütz den Auftrag drei Töchter Estertä Mraben im Alter von 6 Jahren und einem Mädchen im Alter von 2 Jahren nach Wenn Ihnen einer kommt, läuft um Pfarrer hat es mir anderen Weibern, bu Weibe zurück, die erläuft zunl Pfarrer, Bevor dieser Auftrag ausgeführt wurde, starb Löbl. Nun Kreishauptmann den Befehl, die zwei kleinen Kinder „aus den jüdischen Händest ohnweigerlich abzunehmen und der Geistlichkeit zur erforderlichen Taufnng zll übergeben." Inzwischen starb auch das zweijährige Kind. Die Mutter mit den drei ältesten Töchtern flüchteten sich und der sechsjährige Knabe wurde dem Kojeteiner Pfarrer zur Taufe und Erhaltung übergeben. Die Erhaltungskosten mußte die Obrigkeit von Kojeteiu tragen. Am 26. April 1780 erhielt, der oberste Kanzler Freiherr von Blümegen folgendes anonyme Schreiben: Folgendes erzählte: Ein Jud, dessen Weib in Kindesnöten nie Hebamme, diese sagt: Ich wollte gerne gehen, aber der unter Strafe des Kirchenbannes verboten. Der Jud läuft zu ihm eben diese Antwort geben. Er kommt bestürzt zu seinem im Blute, und das inzwischen geborene Kind tot antrifft. Erbittet, weint. Dieser sagt: Wenn auch dreihundert Juden drauf gingen so wäre es!'kein Schaden; ja, er sperrt den Kiudesvater in den Pfarrhof ein, nimmt Hut upd Rock und geht zur Kindesmutter und will sie zur Christin machen. Diese sagt^, ihre Angst uub Schwäche und Schmerzen hindern sie jetzt an die Religionsübstng zu denken. Unterdessen erblickt der Pfarrer ein katholisches Bauernweib, die qus einer gewissen Erkenntlichkeit der Jüdin zu Hilfe kommen wollte. Der Seelsorger ergreift sie und wirft sie zum Zinnuer hinaus. Weil aber der Apostel nichts mit dein Glauben ansrichten konnte, so ging er nach Hause und entließ! den Juden. Ter Arme findet sein Weib noch einmal in Kindesnöten, sie gebar stoch einest toten Zwilling. Ein Erzfeind unserer Religion könnte kein schwärzeres Bubenstück ersinnen, um sie gehässig zu machen. Ach Freund, es ist keine Fabel, keine Erdichtung. Mähren du nährst solche Barbaren. Diese Höllentat geschaht heuer gm Ostersamstag bei der Nacht in Mähren im Hradischer Reiche unweit Nieolsburgi im Olmützer Erzbistnme zu Czaikowitz und der Pfarrer heißt Paul Qstijon. T^er Jude hieß Schimmerl. Das Olmützer Konsistorium hatte vierwöchentliche Arreststraseauferlegt, die Monarchie diktierte tjrafe von 300 Gulden. dem Psaprer eine noch dazu eine