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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-10-01 · Heft 10 (1.10.1903) · p. Seite 228

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 10 (1.10.1903)
Date
1903-10-01
Page
Seite 228 (sequence 14)
Language
German
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umher Haß und Feindschaft, aber in dem Nachen selbst, da darf es kernen Zwist, da darf es keine Feindschaft geben.' Denn da gibt es keinen Platz, keinen Beruf, keinen Wirkungskreis, wo wir walten und schalten dürften, unbekümmert um das Schicksal der Gesamtheit, oder gar in gehässiger, feindlicher Gesinnung. Des Führers Aufgabe ist es, diese Toren zu bekehren, zu belehren: Einer für Alle und Alle für Einen, zu Zrjon zu sprechen: Mein Volk bist Du Wer aber Andere mit diesem Geist erfüllen soll, der muß vor Allem selbst dieses Geistes - voll, von ihm beseelt und getragen sein, der muß Jeden, der sich Jude und Alles, was sich jüdisch nennt, seinem Herz gleich nahe wissen, der muß zu Allem, was zu Ziiön zählt, sprechen: mein Bolk bist du. Wenn nun an mich die Frage herantritü die Josua einst vor den Toren Jerrichos gerichtet an den Engel mit dem gezücktien Schwerte, die Frage: „Bist du für uns oder aber zählst du zu unseren Gegnern?" — welche Antwort soll ich auf diese Frage erteilen? Meine Freunde! Ein berühmter Lehrer in Israel, an beit einst diese Frage gestellt wurde, antwortete mit denselben Worten, die der Eugel dem Josua erwidert. Da heißt es in beir Schrift: und der Engel sprach: „Nicht doch, so darfst Du mich nicht fragen; fcjenu als ein Führer der Scharen Gottes bin ich eben gekommen", Für den dar^ es reinen Unterschied und keine Parteiung geben. Der Bote des Herrn, der Diester Gottes, er ist jedem gleich Freund, keinem ein Widersacher. Keine Partei darf ihh für sich allein und ausschließlich fordern. Will er die Hoheit seiner Sendung nicht 'entweihen, dann darf er nimmermehr hinuntersteigen in Niederungen, in denen der Parteikampf wütet. Das dürfte wohl auch der Sinn jenes merkwürdigen Talmudwortes sein: Nur wenn der Rabbiner einem Engel gleicht, nur dann soll man Belehrung suchen.aus seinem Munde", dem Enge-, wie er einst zu Josu agesprochen. Wenn aber der Diener Gottes die Hoheit seiner Sendung verkennt, daß er in den Staub der Arena sich begsbt, dänn begibt er sich selbst seiner Macht über die Herzen der Gemeinde. Jenen gehöre ich, die noch'Treue bewahren dem guten alten Geist der Väter, dem heiligen Gesetze Israels. Ihnen gehört mein -Herz, sie suche ich, mit ihnen gemeinsam will ich stützen und erhalten das gute Alte in Haus und Schule, in Lehre und Gottesdienst, in Geist und Leben. Und bjie da abseits stehen, in deren Seele erblichen sind die Sterne an dem Himmel Israels, deren Herz für das Judentum erkaltet, dem alten Geist der Bäter entfremdet ist,! auch sie suche ich, sie will ich erwärmen und begeistern, sie will ich dem Heiligtum nähern, indem ich es ihnen nahebringe, mit neuem Geiste zu beleben die altbewährte Form; mitzmchaffen an einem Werke, das ihrem Leben einen heiligen Inhalt gibt. Ihr alle, die Alten, wie die Neuen, die Männer wie die Frauen, Führer wie; Gemeinde, Ihr alle möget mir helfen, meines Berufes segensreich zu walten, mir helfen in dieser uns allen teuren Gemeinde „einen Himmel zu pflanzen und eine Erde zu gründen und zu Zijvn zu sprechen: Mein Bolk bist du".

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