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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-10-01 · Heft 10 (1.10.1903) · p. Seite 218

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 10 (1.10.1903)
Date
1903-10-01
Page
Seite 218 (sequence 4)
Language
German
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.I R.WWM '! ' > - 218 ■ - Sie wissen, daß das bloße Wünschet doch nichts nutzt, aber ihnen selbst auch nicht schadet. Den Juden aber schadet, daß sie nur wünschen, was die Antisemiten auch wünschen: die Bildung Zeines unabhängigen jüdischen Staates, der doch niemals gedeihen könnte, weil eriaus gar zu verschiedenartigen Kulturen bei Überwiegen der religiös, kulturell und wirtschaftlich rückständigen und minderwertigsten sich zusainmensetzen würde und also den eickenenJude» keine gesicherte Heimat geben, den ferngebliebenen sie aber nehmen w>> rde. Wären die Zionisten statt phantastische Träumer vernünftig denkende Menschen, wären sie der Belehrung zugänglich, dann würden sie aus dem Lärm, der sich wegen der im Vergleich z» deü zionistischen Bestrebungen harmlosen Absonderungsspielereien jüdischer Turnvereiüe in Deutschland erhoben hat, ersehen, mit wie gefährlichem Feuer sie spielen. Ungemein bezeichnend für diese Gefahr ist ei» von der „Deutschen Tagesztg.", dem Organ des Bundes der Landwirte, geschriebener Artikel: „Angleichung oder reinliche Scheidung.s Das agrarische Blatt sieht in dem Zionismus die Anerkennung, „daß ein volles Aufgehen des jüdischen Volkstums in dem deutschen einfach unmöglich sei." Noch zieht das Blatt daraus nicht die Konsequenz, daß de» Juden die politische Gleichberechtigung entzogen werden solle. Wie lange freilich der Standpunkt innegehalten wird, ist eme andere Frage. Vielleicht spekulirt man im konservativen Lager darauf, daß, wenn man erst einmal A gesagt, d. h. die von ihr befürwortete „reinliche Scheidung" vollzogen haben, man auch B. sagen d. h. zu einer politischen Behandlung der Juden nach rumänischem und russischem Muster kommen wird. Was die . Deutsche Tagesztg." unter reinlicher Scheidung versteht, sagt sie in folgendem: „Wo es irgend angängig ist, mögen besondere jüdische Gymnasien, jüdische Mittelschulen, jüdische Töchterschulen errichtet werden. Wir haben nichts dagegen, daß nötigenfalls staatliche Unterstützung geleistet werde. Unsere israelitischen Mitbürger tragen das Ihre zu den Steuern bei, sie haben gegebenen Falls Anrecht auf solche Unterstützuung- Ja, wir gehen noch weiter, wir möchten immer wiederholen, daß die Gründung..besonderer jüdischer Volksschulen überall da, wo die Verhältnisse sic fordern, ins Auge gefaßt werde. Aus der Q:iti' i(f>t aber, daß eine Verschmelzung und Angleichung unmöglich sei, folgt logischerweis!: iwch etwas anderes. Das deutsche Wese» muß in der deutschen Nation bestimmend kleiden. Inden christlichen deutschen Volksschulen, in den christlichen deutschen Mittelsollen nur christliche deutsche Lehrer wirken. An den Hochschulen mögen jüdische Lehrer geduldet werden, wenn es sich um technische Fächer handelt, bei denen Fragen des Volkstunis und der Volkserziehung nicht in Betracht komnen können. Es steht aber ferner außer Frage, daß die Rechtsprechung nur dannj im Einklang'mit dem Rechtsgefühle des Volkes bleiben kann.

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