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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-09-01 · Heft 9 (1.9.1903) · p. Seite 208

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 9 (1.9.1903)
Date
1903-09-01
Page
Seite 208 (sequence 18)
Language
German
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Wer durch Feuer, wer durch Wasser, Wer durchs Schwert im ihjiege, Wer durch Hungersnot erliegen sollte. WeS der Ruhm ist, wes d e Schande, Und Ehe Von Wes der Reichtum, wes die Armut. Aber Reue und Gebete Und die Nächstenliebe wenden Ab das drohende Verhängnis."- Also dichtete der Rabbi, es leuchtete sein Antlitz, ihn sein großer Schöpfer dem Erdenleid erlöste. Der Tempeldiener von Kischinew. Bon I'. Rothblum in der jüdischen Rundschau. Unter den vor den Augen der Behörden in Kischinew Hingemordeten befand sich ein Held. Es war dies nicht etwa ein Jüngling, der erbittert über die seinen Brüdern angetane Schmach nach der Waffe griff, um das Leben greiser Männer und die Ehre wehrloser Frhuen zu schützen — nein. Denn es gibt noch auf der Erde Punkte, wo das hnligste Recht eines Menschen, Notwehr gegen Verbrechen zu üben, das Recht des persönlichen Schutzes durch sich selbst im Notstände, nicht anerkannt wird. In solchen freien Ländern, in solchen von jedem Kulturmakel freien Ländern blüht kein Heldentum. Unser Held war vielmehr ein simpler Jude. Und simpler als er selbst war sein ganzes Leben, das er so heldenmütig, so groß, so unendlich groß schloß. Der Mc nn war ein Tempeldiener nur und er besaß eine große Seele. Stellet Euch nur vor : In Kischinew schlägt man Juden. Und man schlägt sie nach gut überlieferten historischen Traditionen. Man überfällt sie mit Eisenstangen und Messern und mordet sie hin wie das zusammengetriebene Wild auf der Hatz. Der Mord ist hier nickt!Mittel, sondern Selbstzweck. Die Stadt bekommt ein höllenartiges Aussehen. Dir blutrünstige Pöbel, diese menschliche Bestie, johlt in seiner Mordlust, während die unglücklichen Opfer, bleich, vom Tode beschattet, mit dem an Wahnsinn grenzendes Ausdrucke höchster Angst ihre Häuser verlassen, um sich zu retten, zu retten vor dem grauenhaften Tode und erst recht ihren Peinigern in die Hände fallen. Wutges!chrei, das Jammern entsetzter Mütter, deren Kinderchen zerrissen werden, das Stöhnen Gestochener, das Ächzen ersterbender Menschen, die in Krämpfen sich winden, das Winseln ohnmächtiger geschändeter Mädchen — das sind die Töne aller Straßen. Der Tod, die Schande, sie schreiten in ihrer furchtbarsten Gestalt einlier^j Alles rennet, flüchtet- Und in der Stiaßtnecke dort steht ein unscheinbares Gebäude. Es ist ein Roch waren vor einer Stunde die Betenden versammelt. :fleht um Schutz in diesen Tagen des Schreckens. War jüdisches Gotteshaus. Sie hatten ihren Gott ltng I

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