Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 23 (1903)
- Issue
- Heft 9 (1.9.1903)
- Date
- 1903-09-01
- Page
- Seite 197 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Lord Cromer und der ägyptische Minister de! Auswärtigen nahmen ihn fetyH freundlich auf, und gaben nach einigen Verhandlungen ihre Zustimmung zur Eut-ß sendung der Kommission. Sie gestatteten auch, daß ein Vertreter des ägyptisch»' LandvermessungS-Amtes sich der Kommission als Mitglied anschloß. Die KommissÄ»^ wurde hieraus gebildet und bestand aus den Herren : i Ingen. Keßler, Architekt Marniorek, Oberst Goldsmid, Inge». Stephens, Professor Laurent, Dr. Hillel Josse und dem ägyptische« ::A Regierungsvertreter Mr. Humphreys. Die Kommission kam in Ägypten Ende Januar an und brach Anfang Februar nach der Sinai-Halbinsel aus. Inzwischen verließ unser Vertreter, Mr. Greenberg, England und ging wieder Nach Ägypten, um dem Lord Cromer und,der - ägyptischen Regierung den Entwurf eines Charters für einen Landstrich aus der Sinai-Halbinsel zu unterbreiten. Nach langen Verhandlungen erhielt unser Unterhändler von der ägyptischen Regierung ein Schreiben, worin sie sich mit dem? Grundsätze des vorgeschlagenen Charters einverstanden erklärt. Dieser bestimmt die jüdische Selbstverwaltung für den in Betracht kommenden Landstrich und gewährt * Munizipalrechte für das gesamte bewilligte Gebiet,! unter der Voraussetzung, daß: die entsendete Kommission einen günstigen Bericht ierstatte, welcher der Regierung die Überzeugung beibringt, daß die Besiedelung der' Halbinsel tunlich ist. Die Kommission kehrte Anfang März nach Ägypkeü zurück und ich reiste selbst hin, um mit ihr zusammenzutreffen. Ich unterbreitete Lord Cromer und der Ä ägyptischen Regierung verschiedene Vorschläge, betraute jedoch, da ich nach Europas zurückkehren mußte, mit den weiteren Verhandlungen ein Mitglied der entsendet«» Kommission. * Es folgten langwierige Verhandlungen, die jedoch, wie ich mit Bedauem mitzuteilen habe, daS Ergebnis hatten, daß die ägyptische Regierung erklärte, sie sei nicht in der Lage, auf die Sache weiter einzugehen, da das fachmännische Guti achten dahin ging, daß es unmöglich sei, die pelusinische Ebene ausreichend mit | Wasser zu versorgen, und daher auch die Besiedelung von El-Arisch oder einem ' anderen Teile der Halbinsel nicht erfolgen könne. Als die Mitglieder der britisihe« - Regierung, mit denen ich vorher in Verbindung gestanden, von dem der ägyptische» Regierung erteilten fachmännischen Rate und von den Entschließungen, zu weich« ' sie sich genötigt sah, Kenntnis erlangt hatten, schlugen sie mir sofort an Stelle des - früheren die Bewilligung eines anderen Landgebietes zum Zwecke der jüdische« Kolonisation vor. J Das neue Landgebiet hat nicht den geschichtlichen, poetisch-religiösen und - zionistischen Wert, den auch noch die Sinai-Halbinsel besessen hätte, aber ich zweist« H nicht, daß der Kongreß als Vertreter der jüdischen Masse auch das neue Anerbieten z mit wärmster Dankbarkeit entgegennehmen würde. Der Vorschlag bedeutet eine || autonome jüdische Ansiedelung in Ostafrika mit jüdischer Verwaltung, jüdischer-