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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1903) · p. Seite 159

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1903)
Date
1903-07-01
Page
Seite 159 (sequence 17)
Language
German
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trachten und welche wegen der Reichhaltigkeit ihres Inhalts weitere Beachtung 5 verdient, weshalb wir hier Einiges auszüglich folgen lassen. Bora» geht Sage»- Haftes über R- Amran aus Mainz dessen Gestalt in unserer Erinnerung am )) Neujahrsfest auftaucht wenn das ergreifende Gebet „Unesanne Tokef“ erklingt, | und über Elchanan den die Sage zum Papst erhoben hat. Auch eine bayrische Sage meldet ähnlich wie in der Sage über R. Amran, daß der heilige Emmeren H als Leiche auf einem Karren ohne Führer nach Aschheim gefahren kam und daun J ohne jede menschliche Hilfe auf einem Schiffe die Donau hinauffuhr gegen Regens- | bürg und sind wohl beide Sagen auf die Schiffsbegräbnisse der Teutonen zurückzu- ' führen. Wann Inden das erste Mal in Mainz sich angesiedelt haben, läßt sich geschichtlich nicht feststellen, denn Berichte, daß Juden schon mehrere Jahrhunderte v. Ehr. als-' J Kolonisten in die Rheingegend kamen, sind sagenhaft. Im vierten Jahrzehnt n. Ehr. .j soll bereits die Wormser Gemeinde geblüht haben. Über die Cölner jüdische?i Gemeinde besitzen wir Urkundliches aus dem Jahre 321, da sie schon damals zu i| den Lasten der städtischen Verwaltung herangezogen wurde. Im Jahre 9l?)i wanderte Moses der Alte, Sohn des Kalonymos mit den Seinen aus Lucca in W Oberitalien nach Mainz ein. Im zehnten Jahrhundert wurden die berühmten | Cölner Messen von Mainzer jüdischen Kaufleuten besucht. Erzbischof Friedrich '\ von Mainz (937—954) bemühte sich ernstlich den Einfluß der Juden in Mainz zu brechen. Bischof Rüdiger Huozmau in Speyer, der das Dorf Altspeyer Stadt erhob, nahm Mainzer Flüchtlinge 1084 in seine Stadt auf und gab denD Juden Privilegien und Gesetze „wie sie das jüdische Volk in keiner Stadt deL.H Deutschen Reiches besser besitze". 1090 wurde dieses bischöfliche Privileg durch y. Heinrich IV. bestätigt und erweitert. Was die jüdische Gemeinde Mainz in der Geschichte war, sagt am besten Salomo ben Simon, der in der ersten Hälfte deS ' 4 zwölften Jahrhunderts die Kreuzzugsgreuel schildert. Sie ist ihm «„der Schild Z und Panzer aller Gemeinden" und klagend ruft er aus: „Wie ist gebrochen die-j mächtige Stütze, der prächtige Stab, die heilige wie Gold geschätzte Gemeinde % Mainz". Mainz war schon früh, der Sitz jüdischen Geisteslebens, welches besonder- 4 durch die Familie des Kalonymos aus Lucca gepflegt wurde. Das städtWe 3 Museum in Mainz ist noch im Besitz des Leichensteins des Dichters Meschullam ben Kalonymos aus dem ältesten Mainzer Friedhofe, und war es am 27. Mai 1096 % als der Mainzer Vorsteher Kalonymos für den Glauben in den Tod ging. In 3 Mainz wirkte auch als Leiter der Hochschule R. Gerschon ben Juda (geb. 960» || gest. 1028) der die „Leuchte des Exils genannt wurdet Er ist aber nicht nur?! durch seine Gelehrsamkeit berühmt, sondern durch von ihm getroffene „Anordnungen", C die den Worten der Lehre gleich geschätzt waren. Er verbot unter Anderem die H Polygamie. Ein Sohn des R. Gerschon war 1012 unter den zum Glaubens- Wechsel Gezwungenen, und als derselbe nicht, wie es die Anderen taten, als \

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