Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 23 (1903)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1904)
- Date
- 1904-04-01
- Page
- Seite 95 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein gelungenes Stück von Schnorrertum und Wohltätigkeit ist das „Armenmahl" von Spektor, hierher gehören „Die Uhr" von Scholem Alechem, „Sein Haus" von Berdyczewski und aus unserer Welt „Die Rabbinerwahl in Neustadt!" von Fuchs, die wohlbekannte Kille- und Kandidatenpsychologie, die von da und da erzählt werden könnte. Erwähnt seien von den Erzählern und psychologischen Zeichnern des Westens unter anderen Menkes, Hermann Rotbblum. — Die Essais des Almanachs sind zum Teile von praktisch-zionistischer Bedeutung wie der von Motzkin über jüdische Statistik, in welchem die Notwenigkeit begründet wird, dem Zionismus als der radikalsten Vertretung jüdischen Volkstums die Leitung der von anderen Richtungen mit partiknlaristijchen Tendenzen unternommenen statistischen Arbeiten, die schwieriger und einheitlicher Vorarbeiten bedürfen, zu überlassen, der Palästinaaufsatz von D- Trietsch, der die Besiedlung eines größeren Palästina, einschließend das südwestliche ägyptische Gebiet und die Insel Cypern, vorschlägt, drei Aufsätze über jüdische Sprache, von Eliashofs über den Jargon, von Berdyczewski über das Neuhebrüische und von Ehrenpreis über Tschernichowski und Bialik, in denen durch das argumentum t'arti das Vorurteil, daß es kein lebendiges Hebräisch geben könne, widerlegt und der Jargon als die Brücke bezeichnet wird, welche den westlichen Juden in das Volksleben des Ostens führt. Nussig bringt eine historische Studie über das große Sanhedrin und Matthias Acher „über Geist und Geld bei den Juden", worin die „Großgeld und Kleingeistere,Herrschaft" als die Hauptursache gegeißelt wird, welche die Kluft zwischen der jüdischen Masse und geistigen Elite schafft und vergrößert. Über Wesen und Stellung des jüdischen Volkes die Aufsätze von Bernfeld, welcher das Wesen des Judentums auf die bloße nationale Tatsache zurückführt und von O. Thon über jüdische Wissenschaft, die sich von der theologischen Einseitigkeit losringen und dem gesamten Leben des jüdischen Volkes zuwenden müsse. Hierher gehören die poetisch-allegorischen Aufsätze von Leon Kellner, der die Wechseleinflüsse in der Stellung Israels unter den Völkern mit dem Naturkreislaus des Wassers vergleicht, von Anselm Lutwak und Bernh. Dag. Die Tiefen der jungen Wandlung der Geister, den seelischen Weg erhellen will Bubers Aufsatz: „Die Schaffenden, das Volk und die Bewegung", worin der Schaffende in seiner Losgelöstheit von „Jntellektualität" und rein künstlerischer Absicht lediglich in der Wechselwirkung des Schaffens, zwischen ihnl und dem Volke, behandelt wird. Das Volk ist die Wurzelhaftigteit seines Wesens, er selbst wird mit den Ganglienzentren verglichen, welche ans den Bahnen des Unterbewußtseins auf die Lebenserscheinungen des Volkes wirken und es vom äußerlichen Nntzzrveck in die Innerlichkeit führen. Endlich Aachd-Haam s „Priester und Prophet" mit seiner intuitiven Erfassung des Gegensatzes zwischen dem Propheten, dem einsamen, voraussetzungslosen Riesen und Schöpfer und dem Priester, der die Elementarmacht des Prophetentums in Harmonie des Lebens umsetzt, aus der Kraft Gewohnheit macht. Ter Prophetengedanke der wirklichen Prophetenmission des jüdischen Volkes erfordere seine tiefe