Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1904-04-01 · Heft 4 (1.4.1904) · p. Seite 93

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 4 (1.4.1904)
Date
1904-04-01
Page
Seite 93 (sequence 23)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2969669-2969975-2969980--6901-2977569
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

98 den Glauben an einen Gott. — In Sudapest wurde das Testament des verstorbenen Baumeisters Wechselmann eröffnet. Dasselbe verfugt, daß von dem 7 160000 Kronen betragenden Nachlasse 2400000 Kronen für die Errichtung eines Pensionssonds für Lehrer und Lehrerinnen, und zwar zur Hälfte für Christen und zur Hälfte für Israeliten verwendet werden, wenn diese eine 25jährige aktive Dienstzeit haben und sich weder an antisemitischen noch sozialistischen Kundgebungen beteiligt haben. Für die Errichtung eines Blindeninstituts sind 1 4OOOOO Kronen bestimmt, außerdem werden zahlreiche kleinere Stiftungen errichtet. Die Gattin des Verstorbenen erhält 1400000 Kronen, das restliche Vermögen erben 15 Neffen und Nichten. — Vor Kurzem fand in Krünn unter erhebender Festlichkeit die Weihe und Eröffnung des Max und Johanna Aosenthalschen Stiftungshanses statt. Es trägt, nach dem Muster der Lämel'schen Stiftung in Prag, den Charakter eines Armenhauses und ist aus einem testamentarischen Vermächtnis der im Jahre 1898 verstorbenen Frau Johanna Rosenthal, einer Kousine des Herausgebers dieser Blätter, hervorgegangen, « der Witwe, des im Jahre 1898 von maskierten Räubern in seinen! eigenen Kontor ermordeten Schnhwaren-Fabrikanten Max Rosenthal. — In Wien starb de! Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Gustav Trebitsch im 61. Lebensjahre, ein Enkel des sel. Landrabbiners Nehemias Trebitsch. Der Tod dieses ausgezeichneten, liebenswürdigen Mannes erregte bei seinen Kollegen, nicht minder in den literarischen und künstlerischen Kreisen Wiens, zu denen er rege Beziehungen unterhielt, lebhafte Teilnahme. — Der Plan zum Bau eines jüdischen Museums in London wird zur Zeit eifrig erwogen. Ähnliche Museen bestehen bereits in Paris und Wien. Die jüdische Gemeinde in London, bie allein 60 Synagogen in der Hauptstadt besitzt, beabsichtigt, dem gegebenen Beispiel in Kürze zu folgen. Tie Veranstalter der Bewegung sind sicher, daß zahlreiche in der Metropole lebende reiche Jsraelitsrk^le zum Teil ganz hervorragende Kunstschätze in ihr^n Häusern liegen haben, diese der Museums« leitung zur Verfügung stellen werden. Die jüdisch-historische Gesellschaft bringt dem Plane ebenfalls große Sympathien entgegen und hofft, innerhalb eines Jahres substantielle Resultate vorlegen Hu können. — In Neapel starb am 18. März der Abgeordnete und Philosoph Giovanni Kovio, der Dichter des „Purim". Giovanni Boviv war im Jahre 1888 in Trani geboren Er widmete sich frühzeitig der Politik. Seit 1879 gehörte er der Kammer an, in der er stets einer der Führer der äußersten Linken war: er war Republikaner, Jrredentist und scharfer Anti« Klerikaler. Als Dichter ist er weit über die Grenzen Italiens hinaus bekannt geworden. -- In Jerusalem wurde eine griechische und hebräische Inschrift gefunden, welche sich auf Nikanor und Alexandria bezieht, der „die Tore ldes Tempels) hat machen lassen". Es ist nun sehr interessant, daß es sich, wie Clermont-Gauneau nachweist, hier um das berühmte „Tor des Nikanor" im Tempel zu Jerusalem handelt, dessen sowohl der Talmud, wie der jüd. Geschichtsschreiber Flavins Josephus rühmend Erwähnung tun. — Das neue Werk, welches Maxim Gorki über die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.