Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 23 (1903)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1903)
- Date
- 1903-03-01
- Page
- Seite 72 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2969669-2969975-2969979--6875-2977542- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 72 — dem wahren Dichterauge' erschließt mütterliche Welt mit ihrer „immer sagt. Dumpf zwar und unzäunt ist ihr Leben, schwach und getreten sind Körper Gegenwart, sondern ist verkörpert ir in die Zukunft blickenden Augen. sich auch durch dieses Dunkel hindurch die gleichen Liebe", wie Perec im „kranken Knaben" - noch ohne hoffenden Glichen. So „Palme", wo Leid und sich ergründen wollen ode und kalt sind in ihrer Umgebung. ihr Leben und bringt ilstlöu die Qsialen ksts einsamen Zukunftsnlenschen. Feuerberg, der viel verfolgte, jung gestorbene, hat sie zusammengedrängt. uud Seele, hoffnungslos sind die Formen ihres sozialen und starr die ihres geistigen Lebens. Und doch ist Liebe in dieser Welt, unentfaltete, in Mauern gepreßte, dämmernde Liebe. Aber das Prolilem tiat keinen Stern in Vergangenheit und dem Kinde, dem Judenkinde mit den dunklen, Voll wehmutsvollen Humors ist Frucsts „Lied vom Cheder": das Kind,-das immer lernen soll und niemals leben, das im dumpfen Lehrhause die Natur verliert — daist dils jüdische Volk, das Volk des Ghetto. Das Judenkind erscheint vieder in Naumberg's ..schwarzen Augen", das Kind, das an seinem Fragen uud Wissen stirbt, da es „die Welt nicht ertragen kann", in bei Perec, der mit seiner liebevollen Analyse Blumenthals „Frühlings)pfer" und die seelischen Farben des täglichen mauern Frische und Krast, wo Hoffnung Liebeslebens sind eigenartige im Ghetto wachen wie ein leuchtendes Fest, wie ein waltsam verschlossen was, der es des Kindes liebt. Innigkeit des K verwelkt sie in der krankhaften, dumpfen Asch's „Die Stimme gestohlen" unh Perec malen solche Seelengeschi chte. Die Herzens spricht ans Zangwill's „Der Luft umfängt alles und berschlingt Licht uüd Lonne. Wieviel stummes Elend spricht aus Reisens schlicht-schöyen „Ghetti", ww viel bittere Wehklage und Melancholie aus Morris Rosenfelds ^Sephira" rnd „Laudhüttenfest vorbei." Und doch wachsen Kämpfer aus dein Druck!'. Hoffnurg umspinnt sie mit fernen Strahlen, Hoffnung Hoffnung unter schmerzliche Zerr Denn Lebens findet. Wo wächst hinter den Ghettonnd Liebesseligkeit? Die Farben des Seine Blüten sind selten und sein Er- Wunder demjenigen, dem das Leben geaber, ohne es selbst zu wissen, mit der Einfalt ndes ist in dieser Art von Liebe, aber wie oft Luft. Pinsky's „Erwachen", Schalom „Kranker Knabe" und „Im Mondschein" ganze Uncrgründlichkeit des jüdischen Mutter« Sabbcith entheiligt." Aber Nebel und drückende che zaiste skeptische Stimmung durchklingt Perec' dem Schatten des zauberhaften Baumes ssenheit ist in ihnen, da sie einsam, fremd ihre Frage wächst mit wilder Kraft über in den verzweiflungsvollen Ruf „Wobin* (Forschung folgt.) Inhalt: Ein Denkmal de^ Gesinnungs Kroner. — Die Hnildertjahrfei« der Juden im Kanton Argau. tuchtigkeit. — Rede gehalten von Kirchenrat Dr. r der „.Humanität" in Kassel. — Die rechtliche Stellung — Referate und Mitteilungen. Verantwortlich v Redakteur Druck von H. L. Brönner's Druckerei (F X und Herausgeber Di'. Adolf Brüll: W. Preidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.