Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 23 (1903)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1903)
- Date
- 1903-02-01
- Page
- Seite 48 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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- 48 — soll. Denn die „Vorausschungslos; Forschung" kann unmöglich konfessionell gefärbt sein. Und mag es auch vielleicht eine katholische evangelische Wissenschaft geben, die berufen ist, Ergebnisse^ zu Tage zu fördern, die einer vorgefaßten Ansicht, dem Dogma zur Folie dienen soll, eine jüdische Wissenschaft in diesem Sinne kann es nicht geben. Diese ist vielmehr nur ein kurzer, volkstümlicher Ausdruck für die wissenschaftliche Behandlung des Judentums als geschichtliche Erscheinung, seiner Ideen, Gedanken, seiner Lehren, Satzungen. Eine wissenschaftliche Behandlung bedingt eine höhere Warte von berj aus der Stoff gestaltet werden muß. Die hohe Zinne setzt ja schon eine-souverän^ Beherrschung der Sache voraus. Bei uns war lange, lange Zeit hindurch eine Kleinigkeitskrämerei beliebt, die als Repräsentantin galt. Wie gering die Wertschätzung desselben Newiß hat Alexander von Humboldt Recht, wenn Ohne den etnsten Gang nach der Kenntnis des lgemeine Weltanschauung nur ein Luftgebilde." ein herrlicher, hochragender Dom werden, kann soll auch die äußere! Ausstattung des Buches bleiben schön ur t> sticht vorteilhaft von der vernachlässigten äußeren Form vieler ehemaliger Äublikatilmen ab, deren Gewandung die Spuren des Ghetto noch nicht abgestreift ur der Wissenschaft des Judentums wurde, läßt sich leicht vorstelleu. er in seinem Kosmos ausruft: Einzelnen ist alle große und a Kein Gebäude und sollte es auch errichtet werden, wenn die Bausteine fehle». Die Herbeischaffung derselben ist jedoch Sache der Handwerker, die Aufführung des Baues das Werk der Künstler Fleißige Handlanger sind unbedingt nötig, nur soll man Ihre Leistungen nicht mit denen der genialen Architekten ver oechseln und tine Gleichstellung des Arbeitswertes vermeiden. Ziegler verdient Anerkennung dafür, daß er in sein Buch den so lange vermißten und feilten auz ltreffenden großen Zug gebracht hat. Im Einzelnen wäre Manches auszusetz n, aber im Allgemeinen ist die Tendenz, Richtung und Methode rühmenswert. Die genaue Kenntnis der römischen Geschichte kam dem Verfasser sehr zu starten. Nicht unerwähnt Sie ist sehr gefällig und. d den Beweis erbracht hat, daß unser Schrifttum als Aschenbrödel behandelt ivird. Diese. Lpendunt; znm Besseren ist mit Freude zu begrüßen. Freilich, äußc Letztere kommt es eigentlich an als die Goldfassung ist das 3uu Schönheit ist die Wahrheit. Auch eine Bereicherung unserer rer Gla^z ist -noch kein innerer Reichtum. Und auf das Wichtiger als die Hülle ist der Kern, kostbarer el, als der Rahmen das Bild, erhabener als die dem inneren! Werte nach bedeutet Zieglers Buch Literatlst. Dr. E. H. Inhalt: llniversalismus i — Daubenspeck — Monatsschau. nd Par — Referü rismus im Judentum. — Lillstand und Fortschritt h. — Nachruf, gehalten an der Bahre Hieronimus Lorm's. äte und Mitteilungen. Verantwortliche e Druck von H. L. Brönner's Druckerei r Redaktor und Herausgeber I)r. Adolf Brüll; i UHU »yciuuvycuvi ui. u u i | t u i i y <F. W'. Vreidenstein), sämtlich in Frankfurt am Main.