Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 23 (1903)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1903)
- Date
- 1903-02-01
- Page
- Seite 45 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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— 4o — stammte der Kaiser Trajau aus dieser Gegend. Bereits 130o vor der gewöhnlichen Zeitrechnung kamen die Phönizier nach Tartessis, und von den großen Schiffen, die dort gebaut wurden, nannte man im Altertume allgemein große Seeschiffe, die phönizischen Pentekonteren mit 500 Mann Bemannung außer der Schiffsmannschaft: Tarsis-Schiffe. Es gab etwa drei phönizische Niederlassungen in Tartessis: bei Gadir, am Guadalquivir und bei Cadix lGades), woselbst ein Tempel des Melkart wie in Tyrus bestand. Die Fahrten nun, die König Salomo und König Hiram von Tyrus gemeinsam unternahmen und zu denen in Ezjon Geber, dem damaligen Hafen der Juden am Roten Meere, die Schiffe gebaut wurden, können nicht nach Tartessis gegangen sein, denn dorthin konnten die Phönizier direkt gelangen. Sie gingen ins Goldland, das heißt ,ytttt Teil nach Indien, zum Teil nach Ostafrika. Der Referent wies uad), daß Elephanten, Äffen und Pfauen, welche die Juden heimbrachten, damals nur aus Indien kommen konnten, was auch durch sprachliche Verwandschaft der in der Bibel für diese Dinge gebrauchten Benennungen mit dem altindischen Namen zn stützen ist. Dazu kommt, daß eine Fahrt vom Roten Meer nach Indien und zurück, wenn man die Windströmungen des Südwestmonsun zur Hinfahrt und des Nordostmonsun zur Rückfahrt beabsichtigt und einen nicht allzu langen Aufenthalt in Indien binzunimmt, im Altertum etwa drei Jahre in Anspruch nahm, womit die Nachricht der Bibel von den dreijährigen Fahrten stimmt, deren Ziel nicht genannt ist. Ophir nun ist nach Genesis X, 29 der II. Sohn des Jogdan; die Jogdaniten sind in Südarabien seßhaft und der dortige Hafen Sephara war das Emporium für die Waren aus Indien und Afrika. Der Name Ophir ist auf diese Gebiete Südarabiens und dann aus die Teile der Ostküste Afrikas anzuwenden, die hier in der Nähe lagen und viel Gold besaßen, das später dann mehr ausgebeutet war, wie ja auch moderne Goldbergwerke ertragsärmer werden: später wurde der Name Opbir auf noch weitere Gebietsteile der afrikanischen Ostküste übertragen. So indentisiziert Josephus Ophir mit Afrika und beruft sich hierbei schon auf Alexander Polyhistor. Ter Referent bewies, daß die Expeditionen, die nach Opbir gingen, nicht nach Tbarschisch gingen und daß die dreijährigen Expeditionen nur nach Indien gerichtet gewesen sein können. Ophir, zuerst das heutige Hadramaut in Südarabien, ehe der Name weiter auf die vstasrikanischen Küstengebiete übertragen wurde, lag zu nahe für eine gemeinsame Expedition Salomos und Hiram's, die von Ezjon Geber im Ostwinkel des Roten Meeres ausging und Indien zum Ziel gehabt haben muß, woselbst sehr alte Goldbergwerke nachgewiesen sind. — In Paris feierte Baron Gustav von Rothschild sein fünfzigjähriges Jubiläum als Vorstandsmitglied des Consisstoriums. — Anläßlich der Mitteilung, daß jüngst der englische Oberbefehlshaber Lord Roberts in einer der Hauptsynagogen Londons einem besonderen Gottesdienst für jüdische Soldaten beigewohnt habe, kommt ein Artikel des Wochenblatts „Spectator" auf die Vertretung der Judenschaft im englischen und in ausländischen Heeren zu