Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 23 (1903)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1903)
- Date
- 1903-02-01
- Page
- Seite 41 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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41 mochte, berechtigt sie zu den besten Hoffnungen für die Zukunft. — Am 28. und 29. Dezember tagte im Sitzungssaale des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes der provisorische Ausschuß des „Vereins zur Förderung der Wissenschaft des Judentums". Er faßte Beschlüsse über die weitere Organisation der Propaganda, die mit gutem Erfolge ^begonnen und die dem Eisernen Fonds bereits beträchtliche Beträge zugesührt hat, sowie über die Fassung der Statute», die der nächsten ordentliche» Mitgliederversammlung zur endgiltigen Festsetzung vorgelegt werden solle». — In Karlsruhe i. K. starb im Alter von 77 Jahren die Wittwe des ehemaligen Rabbiners und Oberrats Benjaniin Millstätter, die Schwester des badischen Finanzministers a. D. Ellstätter, der die ganze Gemeinde die Gefühle warmer Sympathie und inniger Verehrung entgegenbrachte. — Bei der Trauerfeier in Dessau am Sarge der am 4. Januar in Berlin verstorbenen Frau Baronin von Eohn-Gppenheim schilderte Herr Landesrabbiner Dr. Walter, in längerer Rede den Schnierz, den der Heimgang der Frau Baronin ihren trauernden Verwandten, ihren Freunden und den weiteste» Kreise» bereitet habe. Liebe und Güte seien der Grundzug ihres Wesens geivese» nnd anderen wohlzutun ihr höchstes Glück. Tausende von bedrückte» Herzen habe sie aufgerichtet und erquickt und immer habe sie aus einer edlen, duldsamen Gesinnung heraus, ohne Rücksicht auf jede Konfession, von de» reichen Schätzen, die Gott ihr anvertrant, gegeben. Sie sei eine gläubige, überzeugte Jüdin, aber auch ei» Muster echter, edler Menschlichkeit gewesen. Ihr edles Wirken habe auch von Allerhöchster Stelle ehrenvolle Auerkenuung erfahren. Die hiesige Kultusgemeiude verliere in ihr eine treue, gütige Freundin und Stütze. Wir alle hätten die Pflicht, der edlen Frau ein Denkmal zu errichten, ein Denkmal in unserem Herzen, indem wir dieselbe Menschlichkeit und Liebe uns zu eigen machen, die sie stets betätigt habe. — „Deutschland hat ewigen Bestand, denn es ist ein kerngesundes Land." Diese znknustsfreudigen Worte verkündet seit einiger Zeileine große Erinnerungstafel an Heinrich Heine im Hause Taubenstr. 32 i» Berlin, wo Heine als Student gewohnt hat. Sie ist über 1 Meter hoch und trägt das von Hugo Berwald-Schwerin gemeißelte Reliesbild des Dichters und die oben zitierten Worte aus „Nachtgedanken". Das ganze ist ein Geschenk des Herrn Felix Marcus. — Der Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Kerlin hielt jüngst seine diesjährige Generalversammlung ab. Der Vorsitzende, Herr Dr. I. Karpeles, erstattete Bericht über die Wirksamkeit des Vereins im abgelausenen Geschäftsjahre. Die Mitgliederzahl habe eine wesentliche Steigerung erfahren. Die Vorträge und Vortrags-Cyklen erfreuten sich überaus regen Besuches und die Fortbildungs-Kurse erwiesen sich immer mehr als notwendige und unentbehrliche Institution. Hierauf verlas Herr Justizrat Basch den Kassen-Bericht. Danach betrugen die Einnahmen 9214,78 Mk., die Ausgaben 8180,11 Mk., der Kasfen-Bestand somit 1034,67 Mk. Nach Erteilung der Decharge wurden durch Akklamation die bisherigen Mitglieder des Vorstandes wieder- und Herr Dr. Bernfeld neugewählt. Zu einer lebhaften