Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 23 (1903)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1903)
- Date
- 1903-02-01
- Page
- Seite 26 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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griechische Sitten, griechische Bildung drangen von^ Norden und Süden und von den Gestaden des mittelländischen Meeres in das kleiste Land ein, das von jeher die historische Heerstraße zwischen Asien und Afrika und! durch das Seegestade mit Europa verbunden war, so daß man nicht mit Unrecht saßte. Palästina bilde den Mittelpunkt dreier Erdteile.! Im ersten Rausche der Neuheit scheint sich das Judentum damals der neuen blendenden Kultur widerstandslos hingegebtn zu haben. Bald aber machte sich eine mächtige Reaktion gegen das Griechentum geltend und erzeugte innerhalb des Judentums eine klagende Spaltung zwischen t)en Hellenisten, d. h. denjenigen, die das Judentum mit dem Griechentum zu verschmelzen, zu assimilieren trachteten und denjenigen, die das Judentum rein und unvermischt in seiner Isolierung erhalten wollten. Es regten sich damals die beiden Triebkräfte, die im Wesen des Judentums lagen, es erwachten, die schlummernde» Elstrgieen: der Universalismus und Iber Partiknlarismus. V* ' Die inneren Kämpfe, die die Reibung mit dssm Griechentum zur Folge hatte, spielten sich aber auf zwei Hauptschauplätzen ab,! im Centrnm des neugriechischen Lebens zu Alexandria, und im Centrum des -jüdischen Lebens in Palästina. | ' In Alexandria trat das Judentum zum ersten Male — nicht nur geistig — sondern in Wirklichkeit aus seinen nationalen Gresizen heraus, dort vermählte sich Judentum und Griechentum. Der Bund mit dem Griechentum in Alexandrien weckte die universalistischen Instinkte des Judentums zu regster Entfaltung und offenbarte, welches Universalismus das Judentum fähig war. Die Juden Alexandriens sahen die Schranken zwischen sich und der Heidenwelt fallen, sie träumten den kühnen Traum, aß der jüdische Genius im griechischen Gewände diese Welt erobern werde, sie etzen all ihre zielbewußte Kraft daran, den gaüzen Erdkreis unter dem Banner es einzigen Gottes zu einem messianischen Fnedensbunde zu vereinigen. In llexandria strömte der jüdische Universalismus immer breiter und mächtiger dahin, is er zuletzt — in das. Christentum einmündet». , Darum gehört die so hochdramatische clexgndrinische Periode nicht in den kreis unserer Betrachtung , und wir haben lediglich jene durch den Zusammenprall iirit dem Griechentum hervörgernfenen geistigen Bewegungen und Erschütterungen zu verfolgen, die das Judentum auf dem Matterboden des heiligen Landes durchzuckten und die eine innere Neugestaltung des Judentums zur Folge hatten. Zunächst ist ein o rientierender geschichtlicher Blick auf den äußeren Verlauf der jüdischen Geschichte seit dem Zusammenstoß mit dem Judentum zum Verständnis der inneren Entwicklung notwendig. i Judäa stand, nachdem es erst zum südliches Reiche Ägypten gehört hatte, nunmehr, seit einem glück Ägypten, unter svrischer H ichen Kriege Antiochus des Großen von Syrien gegen errschaft. Der staatski UFO Antiochus der Große gewährte