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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1903-01-01 · Heft 1 (1.1.1903) · p. Seite 19

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
23 (1903)
Issue
Heft 1 (1.1.1903)
Date
1903-01-01
Page
Seite 19 (sequence 21)
Language
German
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19 Kaum halte Dinah sich gezeigt, so sammelte sich ein Hause Volkes vor dem Hause an und zahlreiche Hochrufe tönten durch die Lust. . „Grüßt mit der Hand und zeigt Euch bewegt!" befahl Graf Skolokester, der im Hintergründe des Zimmers stand. Dinah gehorchte klopfenden Herzens, und bei dem Anblick der verstellten Rührung stieg der Enthusiasmus des Volkes aufs Höchste. „Zum Palast, zum Palast!" schrie die Menge, „die Tochter Gustav Adolfs, unsere Christine, nehme die Krone wieder." Die erregte Menge trat .in das Haus. Man hob die vermeintliche Königin auf eine Tragbahre, und unter dem Rufe: „Es lebe die Königin Christine" trug man sie zum Schlosse. Graf Skolokester rieb sich vergnügt die Hände und murmelte: „Sieg! Warum ist Christine nicht selbst gekommen, um Zeuge des Jubels zu sein?" Jetzt erschien der Zug vor dem Schlosse. Die Wachen stellten sich mit aufgepflanztem Bajonuet der Menge entgegen und eben im Begriff, von den Waffen Gebrauch zu machen, erschien der König Karl Gustav. „Wozu diese Vorsicht?" begann er ruhig, „wenn die Königin Christine ihrem Lande einen Besuch macht, so ist sie uns vom Herzen willkommen. Diese Dame ist aber nicht die Königin von Schweden. Ihr, Graf Skolokester, werdet wohl am besten sagen können, wer das Mädchen ist, das der Königin so täuschend ähnlich ist und sogar mit Diamanten geschmückt ist, die der Krone Schwedens gehören." , Der Graf erbleichte. Doch der König fuhr fort, im ruhigsten Tone: „Ich kenne den Anschlag, Skolokester! Führt das Mädchen ruhig nach Paris zurück und sagt zu Ihrer Majestät, daß sie ungehindert nach Stockholm kommen kann. Im Uebrigen könnt Ihr hinzufügen, daß Karl Gustav von Allem unterrichtet ist, was seine hohe Cousine in Paris thut- Zum Beweis der Wahrheit meiner Worte übergebt -dies Tagebuch Ihrer Majestät, damit sie sieht, welchen Kreaturen sie ihr .Vertrauen schenkt. Jetzt geht, Herr Graf, im Hafen erwartet Euch ein Schiff, und wenn sich in einer Stunde noch ein Verräter in Stockholm blicken läßt, so lasse ich ihn niederschießen! Und Du, liebes Mädchen, melde Deiner Gebieterin, daß ich keinen Groll gegen sie hege wegen ihres unglücklichen Unternehmens, das zwar nicht schlecht angelegt war."- Endlich traf die falsche Königin wieder in Paris ein und Graf Skolokester berichtete über den unglücklichen Erfolg des Unternehmens, wobei er Christine das Tagebuch übergab, in welchem sie genaue Berichte über ihr Leben fand, die Monaldeschi, ihr Vertrauter, an den König von Schweden, gesandt hatte. Schon eine Sturde darauf war Christine von der Behausung des Juden Aron Lewi wieder nach Fontainebleau zurückgekehrt und ließ sofort Monaldeschi, trotz aller Bitten seines Beichtvaters ermorden.

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