Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 14 (1894)
- Issue
- Heft 12 (1.12.1894)
- Date
- 1894-12-01
- Page
- Seite 288 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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! — 288 — tllmskundc mit großem Nutzen für die Mehrung ihres Wissens gebrauchen. — Das 184 Seiten umfassende Buch ..Les juifs Kusses extermiuatiou ou emancipation“ (Bruxelles libraire Europeenne Muquardt 1894) von Leo Errera, gibt uns reiche Aufschlüße über die traurigen Verhältnisse der Juden in Rußland und Ratschläge zur Abwendung derselben, die freilich nicht so leicht und so rasch, wie es nötig wäre, Beachtung finden werden. Welcher Mißbrauch mit der Bezeichnung „Dorf" getrieben wurde in tvelchem nach dem Gesetze vom Mai 1882 den Juden zu wohnen verboten ist, geht am besten daraus hervor, daß der Gouverneur von Cherson 68 Marktflecken plötzlich in Dörfer umwandelte, um die Juden gesetzlich aus ihren Wohnsitzen vertreiben zu können, was noch rechzeitig durch den Minister als ungesetzlich bezeichnet wurde. Das Buch mit dem bekannten empfehlenden Schreiben Mopimsens versehen, ist sehr lehrreichbesonders werden darin die gegen die Juden erhobenen Anklagen gründlich widerlegt. ■— Im Museum zn London befinden sich 1500 hebräische Handschriften, zu welchen Herr G. Margulioth einen Catalog anfertigt. Es wird zumeist auch das Allier der Handschriften angegeben und der Verfasser derselben. Unter den Handschriften besindct sich eine solche der Bibel ans dem neunten Jahrhundert. Auch eine Handschrift der I Bibel mit jüdisch-deutscher Uebersetznng aus dem Anfänge des sechzehnten Jahr- I Hunderts ist zn erwähnen. Neben Midraschim- und Talmudhandschriften befinden sich in der Sammlung auch viele Machsorim der verschiedensten Riten, Selichoth, ] Sittenbücher, Hagodoth für Pesach, Fuchsfabeln und philosophische Werke. Ge- | schichtliche Schriften sind nicht vorhanden und Liederbücher nur wenige. Auch > au mathematischen, astronomischen und medieinischcn Schriften fehlt es nicht, sowie an Responsen, Ritualien.wie Heirats-, Scheid- und Kaufbriefen. Auch samaritanische Handschriften, darunter ein Brief den die Samaritaner aus Nablus int Jahre 1071 an die Juden in London gerichtet haben, befinden sich in der äußerst wertvollen Sammlung. — Herr Großrabbiner Tr. Grünwald hat in Widdin ein Manuskript des Rabbi Levi ben Gcrson aufgefunden. Inhalt: Kcilinschrift und Bibclwort. Lau Prof. E. Podiebrad i Prag). — Das Judentum und die ethische Cultur. Rede, gehalten von Tr. M. Zilberstein, Ztadtitnb Bezirks-Aabbincr in Wiesbaden. — Theismus und Raturforschung in ihrem Verhältnis zur Teleologie. Bon Rabbiner Tr. I. Stier, Berlin. Fortsetzung. — Monatsschau. — Theater, Musik und bildende Kunst. — Referate nnd Mitteilungen. — Inserate. Verantwortlicher Redakteur und Hcrausgebcr Rabbiner 4>r. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Auffarth; Druck und Inserat-Annahme: H. L. Brünner's Druckerei (F. W. Breidenstein), sämtlich in Frankfurt ani Main.