Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 14 (1894)
- Issue
- Heft 12 (1.12.1894)
- Date
- 1894-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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HopulÄ - MWkiisclmstlick^ zur Belehrung über das Judentum für Gebildete aller Konfessionen. Organ des INendelssohnMereins in Frankfurt a. M. Begründet und herausgegeben von Rabbiner I)r. Adolf Brüll. Abonnementspreis Mk. 6.— per Jahr. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten des In- und Al Standes. 14. Jahrgang. Frankfurt a. M., den 1. Dezember 1894. Kt immer 12. KeiLinschrift und Wivetwort. Von Prof. E- Podiebrad (Prag). Die Zahl derjenigen Völker des Altertums, die eine eigene Litteratur hervorgebracht haben und durch dieselbe der Nachwelt von ihrer Geschichte und ihrer Cultur selbst erzählen können, ist gering. Vor einem Jahrhundert hätte man deren überhaupt nur drei nennen können: Hebräer, Griechen j und Römer. Seitdem hat die Entzifferung der Hieroglyphen Ägyptens und der Keilschrift Mesopotamiens jene Zahl um zwei verniehrt. Die Ausgrabungen in den Niederungen des Euphrats und des Tigris haben ungeheuere Tempel j und Paläste, fast zahllose in Felsen und Säulen gehauene Inschriften, ja eine ganze auf Thontäfelchen geschriebene Bibliothek zu Tage gefördert. Die langen, ausführlichen Inschriften der babylonischen und der assyrischen Könige geben «ns in reichem Maße Nachricht von den Thaten derselben im Krieg und Frieden, und die Bibliothek, welche König Assurbanipal angelegt hat, bringt die merkwürdigsten Aufschlüsie über das geistige Leben der Völker Mesopotamiens vor 4000 und mehr Jahren. Was aber die Assyriologie so überaus interessant und fesselnd macht, das sind die zahlreichen Beziehungen, welche zwischen dieser Wissenschaft und der Bibel bestehen. Bald bestätigt sie die Erzählungen dieses heiligen Buches, bald j erweitert sie sie in der erwünschtesten Weise, bald wieder ergänzt die Bibel, was die Inschriften verschweigen.