Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 14 (1894)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1894)
- Date
- 1894-11-01
- Page
- Seite 262 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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der Prager Kapellmeister, ist am 26. Juli im-Alter von 86 Jahren verschieden. — In Fontainebleau hat sich jüngst Frau Bertha Marx, die pianistische .Konzertpartnerin Pablo Sarasates. mit Herrn Otto Goldschmidt, dem Impresario des Virtuosen vermählt. — Im Verlage von I. H. Zimmermann in Leipzig ist erschienen: Carl Rcinccke. Op. 220. Biblische Bilder für Klavier. Der nnermndlich schaffende Autor beschenkt die klavierspielende Welt hier wieder mit einem Cyklus sinniger und dem Thema entsprechender ernster Klavierstücke. Es sind Stimmungsbilder, die einzelne bekannte Typen und Scenen aus der Bibel illustrieren und zwar sind die Stoffe zur Halste dem alten und -zur Hälfte dem neuen Testament entnommen. David ntit der Harfe, Judas Makkabäus, Rebekka ain Brunne», n. s. w. —, so ziehen die -Gestalten in ernsten aber reizvollen Melodien verkörpert, an uns vorüber; tüchtige Klavierspieler werden sich mis Lust in die poesievollen Stücke vertiefen, die nirgends besondre Schwierigkeiten in Bezug aus die Technik bieten. — Man berichtet aus Paris, Albi« Balabreqne, der lustige Verfasser so vieler fröhlicher Schwänke, arbeitet zur Zeit an einein . ernsten Sittenstück, das den Titel „Les juifs“ führt und das er auf direkte Bestellung für einen amerikanischen Direktor schrejbt. Im Mittelpunkt der Handlung steht eine Mischehe. — Der Hofantignar Herr I. A. Lewy, eine in den Kreisen der Knnstkenner und Liebhaber wohlbekannte!-Persönlichkeit, ist zu Potsdam in seinem 78. Lebensjahre verstorben. Lewy hafte ein außerordentliches Verständnis für Metallarbeiten, in Bezug auf Eisenarbeiten war er eine unbestrittene Autorität. — Ein Bild von Leopold Znnz aus den vierziger Jahren mit der Unterschrift: „Der Gedanke ist mächtig genug, ohne Anmaßung und Unrecht über die Anmaßung und das Unrecht zu siegen", rührt! von Julius Muhr, einem Sohne des um die schlesischen Juden hochverdienten Abraham Muhr, her. Auch er war, was Zunz aus der Summe seines Lebens als Facit zieht: „ein geschickter Anwalt und erprobter Freund" seines Volkes. Der Maler I. Muhr war ein Schüler Kaulbachs und arbeitete nach den Entwürfen des Meisters an den Fresken im Treppenhaus des neuen Museums in Berlin. Wenig bekannt ist die Thatsache, daß Kaulbach die Züge Muhrs zu dem Bilde des Königs Salomo benutzte. Als er in der Mitte der zwanziger Jahre stand, malte Muhr das bekannte Bild Zunzens. Später lebte der Künstler in München, wo ihn ein vorzeitiger Tod (in, Jahre 1865) dem kurzen Eheglück entriß, das er an der Seite seiner Frau, einer Tochter des Generals von Colombe und Nichte des alten Blücher, gefunden, bevor er die Hoffnungen, zu denen er als Maler herechtigte, erfüllen konnte. Sein Gemälde „Siesta italienischer Mönche" bewahrt die Natioualgallerie auf. — Der Kunstmaler Herr I. F. Aktuaryus wurde kürzlich in Bad Homburg von dem Herzog von Cambridge mit dem Auftrag beehrt, ein Porträt Seiner Königlichen Hoheit in preußischer Generalsunifoxm anzufertigen,