Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 14 (1894)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1894)
- Date
- 1894-10-01
- Page
- Seite 219 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Isaiah 1× ep/1005097
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210 trauten Verkehre stand, alle Vorzüge und Eigenheiten derselben kannte, wie ihre Denk- .und Sprechweise. Und dies alles lag geschichtet und geordnet vor ihm. War es nötig, das; er aus feinem Wissensschatze schöpfe, brauchte er nur den Geistesbtick dahin zu richten. Da stand lebendig vor ihm der Gedanke den er suchte, der Mann der ihn gedacht hat und die Zeit, in der er gedacht wurde. Kurz, Denker und Dichter waren ihm bekannt und vertraut. Bon ihm gilt der Satz: „Er-führt nach der Zahl ihre Heere, alle mit Namen ruft er". Zunz preisen auch darum viele seiner Brüder, weil er eine große Zahl seiner Geistesverwandten der Vergessenheit entrissen hat. Er war ferner gottbegnadet, weil er bei seiner tiefen Gelehrsamkeit auch eine wunderbare Gestaltungsgabe besaß. Neben seinen wissenschaftlichen Arbeiten, die kurz und klar sind, zeugen seine politischen Reden und Predigten nicht nur von einem warm fühlenden Herzen, sondern auch von einer glühenden Phantasie. II. „Deine Hand war am Nacken deiner Feinde." ES ist die Hand der Thora, die znrechtweiset, aber nicht tötet; die der Wissenschaft, die Wunden heilt, aber nicht schlügt. Was Zunz erforscht und gefunden, es sollte nicht alles toter Buchstabe bleiben, sondern frei ins Leben hinaustreten und Schutz und Wehr seiner Glaubensgenossen bilden. Meine Teuren! Das Judentum lieben, heißt für dasselbe eintreten, für cs eintreten heißt die Waffe schwingen. Der Eine verteidigt das Jundentum mit seinem Herzblute, der andere mit Worten, die der innersten Überzeugung entströme». Zunz führte das schwere Rüstzeug der Wissenschaft ins Feld. Einmal hieß es, daß im Gotteshause der Juden die Kündung des Gotteswortcs nicht Brauch und Sitte sei. Da setzte sich der Altmeister hin und schrieb sein bedeutendstes Werk, „die gottesdienstlichen Vorträge" und wies nach, daß das Gotteswort in den Synagogen seit urdenklichen Zeiten gekündet, erklärt und gedeutet wurde. Ein andermal wieder hieß es, es lväre neu und es sollte nicht sein, daß die Juden Namen wie ihre nichtjüdischen Mitbürger führen. M. A.! Schön sind sie, die jüdischen Name», Mose, Salomo, David und Jesaja. Ebenso sind schön Namen wie Rahel, Hanna, Debora und Hulda. Sie verstoßen ebensowenig gegen die Ästhetik wie irgend ein anderer nichtbiblischer Name. Wir haben uns auch der Männer und Frauen nicht zu schämen, die einst diese Namen führten. Aber dennoch ist es nicht nötig, daß jeder Jude Abraham oder Salomo, jede Jüdin Rahel odec Debora heiße. Zunz spottete über die zu Tage getretene Unwissenheit, stellt die Wissenschaft wieder in den Dienst des AM