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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-10-01 · Heft 10 (1.10.1894) · p. Seite 218

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 10 (1.10.1894)
Date
1894-10-01
Page
Seite 218 (sequence 2)
Language
German
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findet, lebt es, stirbt es nicht. R. Loci die Thora in Israel zn pflegen und dies mit hingebender Pflichttreue und wu chanan ward non der Vorsehung erkoren, dadurch dies selber zu erhallen. Er that rde darum „Vater der Weisheit" und „Vater der Geschlechter" genannt. j An Jochanan gemahnt es. uns heute, so tvir des Mannes gedenken, der vor hundert Jahren das Licht der Welt erblickte und infolge seiner Geistesarbeit den Ehrentitel: „Vater der Weisheit, Vater der Geschlechter" verdient. Es ist Leopold Znnz. Wohl ivaren die Zeiten R. Jochanans andere, als diejenigen, in der Znnz lebte, auch gibt es des Verschiedenen genug zwischen beiden Männern; gemeinsam aber war ihnen: Tic Liebe zur Wissenschaft, die volle Hingabe a» die Thora, das Jndienststcllen derselben für die Bedürfnisse des Lebens und für das Heil des Judentums. Indem wir die letzteren Pllnkte besprechen wollen, gehen tvir aus von dein Latze der Schrift: Inda, dich preisen deine Brüder, deine Hand ist am Nacken deiner Feinde, dir bücken sich die Sohne deiner Mutter (Gen. 49,81. I. Leopold Znnz preise» heute seine Brüder. Sie priesen ihn scholl als er unter uns wandelte. Jtn ward das Glück zu teil, daß sein Wert bei seinen Lebzeiten erkannt wlirde. Wer in die Tiefe des Wissens hinabsteigt, wer von Jugend auf gesammelt hat und zn sammeln nicht müde geworden ist, bei dem häuft sich in den reiferen Jahren eine Fülle von Wissen, die er mit Recht als sein unverlierbares Eigentum betrachtet. In ihm ist ein Schatz geborgen, den er teils von seinen Vorgängern überliefert erhalten, teils durch eigene Kraft, durch eigenes Denken vermehrt hat. Aber, meine Verehrten, nicht Jedem ist es gegeben, zu jeder Zeit den in ihm liegenden Schatz zu vertuenden und, so er dessen bedarf, Münzen zu prägen und sie in Umlauf setzen zu können. Da trügt so mancher die Goldbarren seines Wissens mit sich oder in sich herum, sie sind aber nicht zu handhaben, der Besitzer selber braucht des Stahls und des Eisens, um einige Stücke abbrechen mid verwerten zu können. Solche Männer sind der Ehre lvürdig, sie dürfen reich geiiannt werden; aber sie sind arme Reiche, die über ihr Vermögen nicht verfügen können. Preisen aber werden wir den, der nach Gutdünken in den Schacht des eigenen Wissens hinabsteigt, da aus dem Vollen schöpft und immer das richtige herauszuholen weiß. So steht Znnz in seinem Mannes- und Greisenalter vor uns. Er war gottbegnadet, weil er die jüdische Litteratnr von ihrer Quelle bis zur Münduirg verfolgen konnte, mit jedem Denker und Dichter jüdischer Vergangenheit im ver-

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